BP und Iberdrola erhalten 211 Millionen Euro für den Ausbau des Grünwasserstoff-Projekts in Castellón
BP und Iberdrola erhalten 211 Millionen Euro für den Ausbau des Grünwasserstoffprojekts in Castellón
Spanien verteilt bis zu 211 Millionen Euro an EU-Fördermitteln neu – und zwar an das Grünwasserstoffprojekt von BP und Iberdrola in Castellón. Das Geld stammt aus dem IPCEI-Hy2Use-Programm der Europäischen Union, einem Fonds für Wichtige Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse im Bereich Wasserstoff. Verwaltet wird die Förderung über das spanische Energieinstitut IDAE.
Die 25-MW-Elektrolyseanlage auf dem Gelände der BP-Raffinerie in Castellón ist inzwischen gebaut. Das Joint Venture Castellón Green Hydrogen S.L. – ein zu gleichen Teilen von BP und Iberdrola gehaltenes Unternehmen – führt derzeit die Inbetriebnahme und Testphase durch. Die Produktion soll voraussichtlich vor Ende 2026 starten. Gelingt das, dürfte die Anlage die größte in Betrieb befindliche Grünwasserstofffabrik Spaniens werden.
Was produziert die Anlage?
Der 25-MW-Elektrolyseur von Plug Power wird über einen PPA mit Iberdrola mit erneuerbarem Strom versorgt: 200 GWh pro Jahr aus Solar- und Windprojekten. Die Anlage soll jährlich rund 2.800 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Damit wird ein Teil des grauen Wasserstoffs ersetzt, den die Raffinerie derzeit noch in ihren Prozessen verbraucht – und so werden voraussichtlich etwa 23.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden.
Die 211 Millionen Euro sind dafür gedacht, einen Ausbau der Produktionskapazität weiter zu prüfen. Konkrete Ausbaupläne stehen noch nicht fest; beide Unternehmen loten die Möglichkeiten aus. BP sprach 2023 von Plänen für mindestens 200 MW Elektrolysekapazität am Standort bis 2027, mit Ambitionen von bis zu 2 GW im Jahr 2030 – zu diesen weiter reichenden Zielen wurde seitdem allerdings keine neue Vereinbarung kommuniziert.
Warum ist das über die Raffinerie hinaus relevant?
Castellón liegt in der Region Valencia, einem Gebiet mit viel energieintensiver Industrie: Keramik, Chemie und Petrochemie. Die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab eröffnet Möglichkeiten, Prozesse nachhaltiger zu gestalten, bei denen eine Elektrifizierung schwierig oder unmöglich ist. Für den Schwerverkehr ist eine lokale Wasserstoffproduktion in dieser Größenordnung längerfristig ein relevanter Baustein – auch wenn sich dieses Projekt derzeit in erster Linie an industrielle Abnehmer richtet.
Die Förderstruktur zeigt anschaulich, wie das europäische IPCEI-Instrument funktioniert: Große grenzüberschreitende Projekte mit strategischem Wert erhalten Vorrang bei der Verteilung nationaler Mittel, die für europäische Wasserstoffprioritäten reserviert sind.
Quellen
- Gasworld (gasworld.com, Juni 2026)
- H2 Bulletin (h2bulletin.com, Juni 2026)
- ESG News (esgnews.com, Juni 2026)
- BP-Pressemitteilung FID September 2024 (bp.com)
- Iberdrola-Pressemitteilung zum Baustart (iberdrola.com, Februar 2025)