FIA Extreme H World Cup kehrt für die zweite Ausgabe nach Saudi-Arabien zurück
Der FIA Extreme H World Cup — die erste von der FIA sanktionierte Motorsport-Weltmeisterschaft mit Wasserstoff — kehrt in diesem Herbst für ihre zweite Ausgabe nach Saudi-Arabien zurück. Die Rennen finden vom 29. bis 31. Oktober 2026 in Qiddiya City statt, auf einer speziell angelegten Offroad-Strecke in der Nähe des Tuwaiq-Gebirges. Die FIA und der Veranstalter Extreme H bestätigten dies diese Woche.
So funktioniert das Format
Acht internationale Teams treten in drei Rennformaten über drei Tage gegeneinander an. Am ersten Tag fahren die Piloten Zeitfahren (Time Trials), um die Startposition zu bestimmen. Am zweiten Tag folgen Knock-out-Duelle (Head-to-Head), in denen zwei Autos direkt gegeneinander antreten. Am dritten Tag wird der World Cup in einem Finale zwischen den acht verbleibenden Autos entschieden. Jedes Team fährt mit einer Fahrerin und einem Fahrer — ein Prinzip, das die FIA von der Vorgängerserie Extreme E übernimmt. Die vorherige Ausgabe gewann Jameel Motorsport (Kevin Hansen und Molly Taylor) mit einem Vorsprung von lediglich 0,082 Sekunden im Finale.
Der Pioneer 25
Alle Teams fahren dasselbe Auto: den Pioneer 25, gebaut von Spark Racing Technology — demselben Unternehmen, das früher die Fahrzeuge für die Formel E und Extreme E lieferte. Der Antriebsstrang ist hybrid: Eine Symbio-Brennstoffzelle mit 75 kW liefert kontinuierlich Strom, während ein 325-kW-Akku von Fortescue Zero die Leistungsspitzen für Beschleunigung und Sprünge übernimmt. Zusammen kommen sie auf maximal 400 kW (rund 540 PS) Spitzenleistung. Das Fahrzeug beschleunigt in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, wiegt 2.200 Kilogramm und bewältigt Steigungen von bis zu 130 Prozent. Die Wasserstofftanks sind in wenigen Minuten wieder gefüllt — ein wichtiger Vorteil gegenüber reinen BEVs in einem kurzen Offroad-Format.
Was das für die Wasserstofftechnologie bedeutet
FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem bezeichnete die Weltmeisterschaft als wichtige Plattform, um Brennstoffzellentechnologie unter anspruchsvollen Bedingungen zu testen. Das ist mehr als PR-Gerede: Während der ersten Ausgabe im Oktober 2025 fuhren neun Pioneer 25 — inklusive des Testfahrzeugs — zusammen 550 Kilometer unter harten Wüstenbedingungen, ohne einen einzigen Ausfall. Für einen neuen Antriebsstrang ist das ein außergewöhnliches Ergebnis. Zudem nutzt die Veranstaltung selbst Wasserstoff für 80 Prozent des Betriebs an der Strecke (Paddocks, Broadcasting, Logistik), womit die Technik nicht nur auf der Strecke, sondern in einer ganzen Veranstaltungsinfrastruktur auf die Probe gestellt wird.
Warum das relevant ist
Für die Wasserstoffmobilität insgesamt ist diese Meisterschaft aus zwei Gründen interessant. Erstens zeigt sie, dass Brennstoffzellentechnologie unter extremen Bedingungen leistungsfähig ist — hohe Leistung, Hitze, Staub — die weit über den Alltagsbetrieb hinausgehen. Was hier funktioniert, wird sich in Pkw, Transportern und schweren Baumaschinen kaum aus der Ruhe bringen lassen. Zweitens normalisiert diese Sichtbarkeit die Wasserstofftechnologie bei einem breiten Publikum. So wie die Formel E das Elektroauto vom Stigma „zu langsam" befreite, kann Extreme H das für die FCEV-Technik tun. Die Rennen werden über 90 Sender in 180 Märkten übertragen. Saudi-Arabien hat einen mehrjährigen Vertrag mit Extreme H für Qiddiya, doch Extreme-H-Gründer Alejandro Agag hat angedeutet, dass die Meisterschaft langfristig auf mehrere Standorte ausgeweitet werden soll.
Quellen:
- FIA: Bestätigung der zweiten Ausgabe 29.–31. Oktober 2026 (Mai 2026)
- FIA: „Five game-changing lessons" — Rückblick auf Ausgabe 1
- Extreme H: Ankündigung des Pioneer 25 und technische Spezifikationen
- Wikipedia: Extreme H — Überblick über Serie und Teilnehmer
- Sustainability Magazine, Energy Digital und Goodwood: ergänzende Berichterstattung