König eröffnet die ersten 32 Kilometer des niederländischen Wasserstoffnetzes in Rotterdam
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König eröffnet die ersten 32 Kilometer des niederländischen Wasserstoffnetzes in Rotterdam

Veröffentlicht am 30-04-2026

Am Mittwochnachmittag, den 20. Mai, ist König Willem-Alexander bei der offiziellen Übergabe des ersten Teilstücks des nationalen Wasserstoffnetzes von Gasunie zugegen. Die Veranstaltung findet in der Schiecentrale in Rotterdam statt. Gemeinsam mit Ministerin Van Veldhoven für Klima und Grünes Wachstum nimmt der König das Netz symbolisch in Betrieb. Gut anderthalb Jahre nach dem Baustart — damals ebenfalls mit dem König als Ehrengast — wird damit ein erster konkreter Meilenstein in der niederländischen Wasserstoffinfrastruktur erreicht.


Von fossil zu Wasserstoff: dieselben Leitungen, anderer Inhalt


Die 32 Kilometer lange Pipeline verbindet die Tweede Maasvlakte mit industriellen Abnehmern im Rotterdamer Hafengebiet in Richtung Pernis. Großproduzenten von Wasserstoff auf der Maasvlakte — darunter Shell mit seinem Elektrolyseur Holland Hydrogen I — können ihren Wasserstoff künftig über dieses Netz an die Industrie liefern.


Ein großer Teil des Netzes wurde mit bestehenden Erdgasleitungen realisiert, die für den Wasserstofftransport umgebaut wurden. Das macht den Ansatz kosteneffizient: Die Niederlande verfügen über ein weitverzweigtes unterirdisches Gasnetz, das nun, da die Erdgasnutzung zurückgeht, Schritt für Schritt in eine Wasserstoffinfrastruktur umgewandelt wird.


Wasserstoff als Rohstoff und Brennstoff für die Industrie


Das Wasserstoffnetz ist in erster Linie für die Industrie gedacht. Chemieanlagen, Raffinerien und andere energieintensive Branchen nutzen Wasserstoff bislang größtenteils als fossiles Nebenprodukt oder kaufen grauen Wasserstoff ein. Das neue Netz macht es möglich, diese Versorgung allmählich durch grünen oder anderweitig kohlenstofffreien Wasserstoff zu ersetzen — ohne CO₂-Ausstoß bei der Nutzung.


Die Industrie ist in den Niederlanden für rund 25 Prozent des nationalen CO₂-Ausstoßes verantwortlich. Elektrifizierung allein ist für viele Prozesse kein realistischer Weg; Wasserstoff als Rohstoff und Brennstoff ist für diese Branchen bei der Umstellung auf Nachhaltigkeit unverzichtbar.


Ausbau bis 2033 und Anbindung an Belgien und Deutschland


Das erste Teilstück von 32 Kilometern ist der Ausgangspunkt für ein deutlich größeres Netz. Die Gasunie-Tochter Hynetwork Services arbeitet an einer Gesamtinfrastruktur von 1.200 Kilometern, die die fünf großen Industriecluster in den Niederlanden miteinander verbindet und an Netze in Belgien und Deutschland anschließt.


Die ursprüngliche Planung sah ein vollständiges Netz im Jahr 2030 vor, doch dieser Termin wurde auf spätestens 2033 verschoben. Das hat mit Genehmigungsverfahren, dem notwendigen Ausbau des Wasserstoffmarktes und der Anpassung der Investitionsbedingungen für die Industrie zu tun. Marktteilnehmer haben erklärt, den Schwung aufrechterhalten zu wollen, sofern der Staat die Marktbedingungen für Wasserstoff weiterhin aktiv fördert.


Zudem hat Gasunie kürzlich eine Vereinbarung mit dem belgischen Unternehmen Fluxys über eine grenzüberschreitende Wasserstoffverbindung unterzeichnet — ein konkreter Schritt in Richtung des europäischen Wasserstoff-Backbones.


Ein Netz, das zählt


Die Übergabe am 20. Mai ist mehr als ein zeremonieller Moment. Sie markiert den Übergang von Plänen und Prototypen zu physischer Infrastruktur, die tatsächlich Wasserstoff transportiert. Für die Industrie im Rotterdamer Hafen ist es der erste greifbare Schritt zu einer nachhaltigen Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe.


Quellen:

  • Gasunie Pressemitteilung (23. April 2026): gasunie.nl
  • Königshaus – Baustart Wasserstoffnetz (Oktober 2023): koninklijkhuis.nl
  • Gasunie – Wasserstoffnetz Niederlande (Projektseite, 2025–2026): gasunie.nl/en/projects/hydrogen-network-netherlands
  • Gasunie – Fluxys-Vereinbarung Wasserstoffverbindung Niederlande–Belgien (April 2026): gasunie.nl
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