Meinung: Volkswagen hat die Basis für ein Wasserstoffauto schon 2014 gebaut — wird es jetzt endlich Zeit?
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Meinung: Volkswagen hat die Basis für ein Wasserstoffauto schon 2014 gebaut — wird es jetzt endlich Zeit?

Veröffentlicht am 10-05-2026

Jonas Borchelt, Digitalisierungsexperte, veröffentlichte am 1. Mai 2026 einen bemerkenswerten Meinungsbeitrag auf LinkedIn mit einer klaren Botschaft an Volkswagen: Die Zeit für Wasserstoff ist jetzt. Der Beitrag ist keine offizielle VW-Position, wirft aber mit konkreten historischen Fakten und technischen Argumenten eine berechtigte Frage auf: Warum hat der größte europäische Automobilkonzern seine eigene Wasserstofftechnologie nie in Serie gebracht?


Der Golf HyMotion: VWs vergessenes Wasserstoffauto


Im November 2014 präsentierte Volkswagen auf der Los Angeles Auto Show den Golf Variant HyMotion – einen voll fahrfähigen Prototyp eines Golf Kombis mit Brennstoffzelle. Die technischen Daten waren schon damals beeindruckend: 100 kW Leistung, eine Reichweite von 500 Kilometern dank vier Wasserstofftanks aus Kohlefaser im Fahrzeugboden und eine Betankungszeit von nur drei Minuten. Der Antrieb basierte auf dem e-Golf, und das Ganze war auf dem modularen MQB-Baukasten aufgebaut – derselben Plattform, die VW für nahezu alle seine Modelle nutzt.


VW selbst nannte es damals keine Science-Fiction, sondern eine konkrete Demonstration dessen, was auf MQB-Basis technisch möglich ist. Damit war der Golf das erste Auto der Welt, das sich mit allen denkbaren Antriebsarten – Benzin, Diesel, Erdgas, Hybrid, Elektro und Brennstoffzelle – auf derselben Plattform realisieren ließ.


Dennoch wurde keine Serienproduktion angekündigt. VW verwies auf die fehlende Infrastruktur und die noch nicht klimaneutrale Herstellung von Wasserstoff.


Die Argumente von Borchelt


Borchelt führt in seinem Beitrag eine Reihe von Argumenten an, warum VW Wasserstoff jetzt wieder ernst nehmen sollte:


Reichweite und Betankungsdauer sind längst kein Hindernis mehr: 500 km waren bei VW bereits 2014 machbar, und Wasserstoff tankt man genauso schnell wie Benzin. Bei größeren Fahrzeugen bietet Wasserstoff zudem Gewichtsvorteile gegenüber schweren Akkupaketen. Die geringere Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen für Batterien ist ein weiterer Pluspunkt: Wasserstofffahrzeuge benötigen keine großen Traktionsbatterien und keine entsprechend komplexe Lieferkette. Für Fuhrparks, Pendler, den Geschäftsverkehr und die Autobahn genügt als erster Schritt ein gezieltes Netz von Tankstellen. Die technische Regelung von Brennstoffzellen ist längst kein unlösbares Problem mehr, wie unter anderem modellbasierte Regelungskonzepte zeigen, die von der Max-Planck-Gesellschaft beschrieben wurden.


Superkondensatoren können Lastspitzen und Rekuperationsenergie abfangen, sodass ein Brennstoffzellenfahrzeug keine riesige Pufferbatterie braucht. Toyota und Hyundai beweisen seit Jahren, dass Brennstoffzellenfahrzeuge im Alltag funktionieren – man denke an den Mirai, den CleverShuttle in Hamburg als Taxiflotte einsetzte.


Borchelt nennt außerdem den Erhalt industrieller Kompetenz als Argument: Wasserstoff-Verbrennungsmotoren lassen sich auf Basis vorhandenen Motorenwissens relativ schnell bauen, wodurch Arbeitsplätze und Know-how in der Automobilbranche erhalten bleiben – etwas, das beim Umstieg auf batterieelektrische Antriebe weniger selbstverständlich ist.


Wie sieht die aktuelle Lage bei VW aus?


Volkswagen steht unter Druck: sinkende E-Auto-Verkäufe, zunehmende chinesische Konkurrenz und ein operativer Gewinn, der 2025 um mehr als die Hälfte einbrach. Die batterieelektrische Strategie hat noch nicht die erwarteten Skaleneffekte gebracht. Unterdessen fahren Toyota Mirai und Hyundai Nexo seit Jahren auf europäischen Straßen, und Akteure wie Scania, Daimler und Gruber Logistics testen Wasserstoff-Lkw aktiv in der Praxis.


Ob VW tatsächlich einen Kurswechsel in Richtung Wasserstoff erwägt, ist nicht bekannt. Borchelts Beitrag ist ein persönliches Plädoyer – doch die technische Begründung ist solide und die Frage, die er stellt, ist berechtigt: Warum hat Europas größter Autobauer vor zwölf Jahren gezeigt, dass es geht, um es danach in der Schublade verschwinden zu lassen?


Quellen:

  • Jonas Borchelt / LinkedIn (01.05.2026)
  • VW Presseportal Golf Variant HyMotion (2014)
  • ecomento.de
  • Focus.de
  • Toyota Europe
  • Taxi Heute (CleverShuttle)
  • Max-Planck-Gesellschaft


⚠️ Redaktionelle Anmerkung: Dieser Artikel basiert auf einem Meinungsbeitrag von Jonas Borchelt (Digitalisierungsexperte, kein VW-Mitarbeiter), veröffentlicht am 1. Mai 2026 auf LinkedIn. Die Argumente sind mit öffentlichen Quellen gut belegt, es handelt sich jedoch um eine persönliche Meinung – nicht um eine offizielle VW-Kommunikation.

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