Wasserstoff für 3 € pro Kilo: Hat China wirklich die Formel gefunden?
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Wasserstoff für 3 € pro Kilo: Hat China wirklich die Formel gefunden?

Veröffentlicht am 20-04-2026

Wasserstoff für drei Euro pro Kilogramm. Es klingt wie ein Traum – doch chinesische Forscher behaupten, dass dies schon heute möglich ist. Wer die Nachrichten der letzten Monate verfolgt hat, kam an den Meldungen kaum vorbei: ein wissenschaftlicher Durchbruch nach dem anderen aus China verspricht, grünen Wasserstoff endlich bezahlbar zu machen. Aber was ist an all diesen Behauptungen dran, und was bedeutet das für die Wasserstoffmobilität?


Der Preis an der Zapfsäule: teuer, aber differenzierter als es scheint


An der Zapfsäule zahlst du in den Niederlanden und Belgien heute noch 15 bis 25 Euro pro Kilogramm Wasserstoff. Auf den ersten Blick ein abschreckender Betrag. Doch der Vergleich mit Benzin und Diesel ist komplexer, als es dieser eine Kilopreis vermuten lässt.


Ein Wasserstoffauto fährt pro Kilometer sparsamer als ein Benziner. Und auch die Kfz-Steuer (MRB) spielt eine Rolle: Wasserstoffautos sind in den Niederlanden davon befreit oder zahlen einen niedrigeren Tarif. Berücksichtigt man diese Faktoren, zeigt sich, dass Wasserstoff in vielen Fällen schon jetzt mit teurem Benzin oder Diesel konkurrieren kann. Der Kraftstoffkostenrechner von H2 Rijders (h2drivers.com/nl/waterstof-of-benzine) rechnet es dir vor – auf Basis deines Autos, deines Fahrverhaltens und deiner Provinz. Die Standardberechnung zeigt, dass ein Wasserstofffahrer auf Jahresbasis bereits fast 450 Euro günstiger wegkommen kann als ein vergleichbarer Benzinfahrer – und das sogar beim aktuellen Tankstellenpreis.


Das heißt nicht, dass Wasserstoff günstig ist. Im Vergleich zu einem modernen Elektroauto oder einem sparsamen Diesel ist Wasserstoff an der Zapfsäule heute noch teurer. Aber die Botschaft lautet: Der Preis muss nicht auf null sinken – er muss auf ein Niveau kommen, das faire Konkurrenz zur Alternative bietet.


Was China behauptet


Mehrere chinesische Forschungsteams haben in den vergangenen Monaten vielversprechende Ergebnisse in führenden Fachzeitschriften veröffentlicht.


Ein Team des National Center for Nanoscience and Technology entwickelte neue Elektroden auf Basis sogenannter Metal-Organic Frameworks (MOFs) – extrem poröse Materialien, die auf molekularer Ebene entworfen werden. Die Elektroden sind äußerst effizient: Sie verbrauchen lediglich 4,11 kWh pro Kubikmeter Wasserstoff und blieben mehr als 5.000 Stunden stabil. Der berechnete Kostenpreis: 2,71 Dollar pro Kilogramm. Die Studie wurde in Nature Chemical Engineering veröffentlicht.


Eine zweite Forschungsgruppe der China Agricultural University und der Nanyang Technological University ersetzte die energiefressende Sauerstoffreaktion bei der Elektrolyse durch die Oxidation von Glukose aus landwirtschaftlichen Abfällen. Als Nebenprodukt entsteht Formiat, ein wertvoller Rohstoff für die Industrie. Einschließlich dieses Erlöses berechneten die Forscher einen Nettoproduktionspreis von 1,54 Dollar pro Kilogramm (veröffentlicht in eScience).


Forscher der Tianjin University lösten einen weiteren Engpass: die Anforderung, dass Elektrolyseure mit ultrareinem Wasser betrieben werden müssen. Ihr angepasster PEM-Elektrolyseur funktioniert nach eigenen Angaben problemlos mit normalem Leitungswasser, ohne Leistungsverlust – was Anlagen einfacher und günstiger macht (veröffentlicht in Nature Energy).


Chinas industrieller Einsatz


Neben Laborergebnissen investiert China auch im industriellen Maßstab. Chinesische Hersteller produzieren Elektrolyseure für rund 343 Dollar pro Kilowatt, gegenüber 1.200 Dollar im Westen – ein Unterschied von mehr als 70 Prozent. Forscher von Bloomberg schätzen, dass günstige chinesische Elektrolyseure die weltweiten Produktionskosten von grünem Wasserstoff um 30 Prozent senken können. China produzierte 2025 bereits mehr als 220.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr – mehr als der Rest der Welt zusammen.


Vom Labor in die Wirklichkeit: großer Schritt, große Fragen


Die Durchbrüche verdienen eine Differenzierung. Alle genannten Ergebnisse wurden unter Laborbedingungen erzielt, in kleinem Maßstab und unter kontrollierten Voraussetzungen. Der echte Test ist, ob die Technologie im Megawattmaßstab besteht, mit wechselnden Energiequellen, über Jahre hinweg. Methoden, die Glukose oder landwirtschaftliche Reststoffe nutzen, stehen zudem vor einer logistischen Herausforderung: Diese Rohstoffe in industriellem Maßstab verfügbar zu machen, ist alles andere als selbstverständlich. Und der Preis für grünen Strom – der größte Kostenfaktor bei der Elektrolyse – unterscheidet sich je nach Region enorm. In den Niederlanden liegen die Netzgebühren so hoch, dass selbst optimistische Szenarien auf 5 bis 6 Euro Produktionskosten pro Kilo kommen.


Was bedeutet das für Wasserstofffahrer?


Der Preis an der Tankstelle wird noch Jahre hoch bleiben. Produktionskosten aus einem Labor sind nicht der Preis, den du als Fahrer zahlst: Distribution, Kompression, Tankinfrastruktur und Steuern kommen noch hinzu. Aber die Richtung ist klar: Das technologische Wettrennen, Wasserstoff günstiger zu machen, läuft in atemberaubendem Tempo – und China liegt vorn.


Du willst inzwischen wissen, ob Wasserstoff für dich schon finanziell interessant ist? Der Kraftstoffkostenrechner von H2 Rijders (h2drivers.com/nl/waterstof-of-benzine) rechnet es dir vor – auf Basis deines Autos, deines Fahrverhaltens und deiner Provinz – und zeigt, ob dir das Fahren mit Wasserstoff heute schon Geld gegenüber Benzin spart.


Quellen:

H2 RijdersKraftstoffkostenrechner (h2drivers.com/nl/waterstof-of-benzine)

TW.nl – Wasserstoffproduktion extrem günstig (Nature Chemical Engineering, Sept. 2025)

TW.nl – Grüner Wasserstoff günstiger als fossil (eScience, Jan. 2026)

TW.nl – Wasserstoff aus Leitungswasser (Nature Energy, Juni 2025)

Business AM – Chinas Vorsprung bei grünem Wasserstoff

• Solar Magazine – China übertrifft eigenes Ziel für grünen Wasserstoff deutlich

• Nederland Waterstofland – Was bestimmt den Preis von grünem Wasserstoff?

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