Sechzig Prozent der kalifornischen Wasserstofftankstellen wegen einer Versorgungsstörung außer Betrieb
Kalifornien – das Vorzeigeprojekt der Wasserstoffmobilität – ist Anfang 2026 erneut von einer Versorgungskrise hart getroffen worden. Seit Ende Februar stehen mehr als 60 % der öffentlichen Wasserstofftankstellen im Bundesstaat still: Am 23. März waren laut dem Hydrogen Fuel Cell Partnership 32 von 52 Stationen außer Betrieb.
Die Ursache ist eine Störung in der Lieferkette für gasförmigen Wasserstoff, der per Tankwagen angeliefert wird. Ein Vorfall bei einem Lieferanten führte dazu, dass Lieferungen durch Dritte eingestellt wurden, darunter an Stationen des japanischen Betreibers Iwatani. An den Tankstellen, die noch geöffnet sind, stehen die Fahrer Schlange – die Nachfrage konzentriert sich auf einen Bruchteil des normalen Netzes. Einen Zeitplan für die Wiederherstellung gibt es bislang nicht; das Hydrogen Fuel Cell Partnership meldet, dass die Wiederaufnahme der Lieferungen an einen Teil der Stationen „vorläufig unbekannt" sei.
Es ist nicht das erste Mal, dass Kalifornien von einer solchen Krise betroffen ist. Sie legt eine strukturelle Schwachstelle offen: Ein Netz, das auf Just-in-time-Lieferungen von gasförmigem Wasserstoff per Trailer angewiesen ist, ist von Natur aus fragil. Fällt ein Glied der Kette aus, stehen große Teile der Fahrer auf dem Trockenen – ganz gleich, wie groß das Gesamtnetz auf dem Papier ist.
Für FCEV-Fahrer in Kalifornien ist das alles andere als eine Verbesserung. Der Bundesstaat hatte einst mehr als 200 Stationen für die Mitte der Zwanzigerjahre in Planung; dieses Ziel wurde bereits deutlich zurückgeschraubt. In einem Markt, der ohnehin schon durch hohe Wasserstoffpreise und enttäuschende Fahrzeugverkäufe unter Druck steht, sind solche Ausfälle mehr als eine vorübergehende Unannehmlichkeit – sie nagen am Vertrauen in die Technologie insgesamt.