Bologna fährt mit Wasserstoff: 127 Brennstoffzellenbusse gehen in Betrieb
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Bologna fährt mit Wasserstoff: 127 Brennstoffzellenbusse gehen in Betrieb

Veröffentlicht am 07-06-2026

In der italienischen Stadt Bologna hat eine großflächige Einführung von Wasserstoffbussen begonnen. Der Nahverkehrsbetreiber TPER hat den ersten von insgesamt 127 Brennstoffzellenbussen in Betrieb genommen. Die Fahrzeuge tauchen Schritt für Schritt im Stadtbild auf – die ersten fuhren auf ausgewählten Fahrten der Linien 11, 14, 20, 36 und 92 mit.


Welche Busse, und wo sie fahren

Es handelt sich um den Solaris Urbino 12 hydrogen des polnischen Herstellers Solaris, bestellt im Jahr 2023 und in Chargen ausgeliefert. Sie werden auf städtischen Strecken eingesetzt, die 12-Meter-Busse erfordern, sowie auf Regionalverbindungen zwischen der Stadt und dem weiteren Ballungsraum.


Die Flotte kommt in zwei Ausführungen: 60 Busse mit drei Türen für stark frequentierte Stadtlinien und 67 Busse mit zwei Türen für die Regionallinien. Die Busse bieten Platz für rund 85 Fahrgäste und sind mit Klimaanlage und Barrierefreiheitsausstattung versehen.


Die Technik

Jeder Bus wird von einem Brennstoffzellenmodul mit 160 kW angetrieben (aufgebaut auf Ballard-Technik) und hat eine Reichweite von bis zu etwa 350 km – laut TPER unter günstigen Bedingungen sogar mehr als 400 km mit einer Tankfüllung. Eine Brennstoffzelle wandelt Wasserstoff an Bord in Strom um; die einzige Emission ist Wasserdampf. Getankt wird an der neuen Wasserstoff-Tankstelle am Betriebshof in der Via Battindarno, die eigens für diese Flotte gebaut wurde und inzwischen in Betrieb ist.


Finanzierung und Hintergrund

Die Stadt Bologna erhielt 69,9 Millionen Euro aus dem italienischen Aufbau- und Resilienzplan (PNRR, gespeist aus Next Generation EU), um die Busse zu finanzieren, ergänzt durch 5 Millionen Euro Eigenmittel von TPER – zusammen 74,9 Millionen Euro. Nach vollständiger Einführung machen die Wasserstoffbusse rund 12 % der Stadtflotte von TPER aus. Im nahegelegenen Ferrara fahren bereits zehn vergleichbare Brennstoffzellenbusse.


Für den Hersteller Solaris passt Bologna in eine wachsende europäische Erfolgsgeschichte: Das Unternehmen spricht von einer Flotte von inzwischen mehr als 800 Wasserstoffbussen in Europa und erhielt kürzlich auch einen Auftrag für Brennstoffzellenbusse im deutschen Krefeld, geplant für 2027.


Wasserstoff als Trumpf für den Stadtverkehr

Für den öffentlichen Nahverkehr hat Wasserstoff attraktive Seiten. Busse fahren lange Tage mit hoher Auslastung; schnelles Tanken und eine großzügige Reichweite passen dazu gut, ohne lange Ladepausen tagsüber. Dabei spielt auch die Netzüberlastung eine Rolle: Das gleichzeitige Schnellladen einer ganzen Busflotte fordert viel vom Stromnetz, das vielerorts bereits am Limit ist. Eine Wasserstoffflotte verteilt diese Belastung anders.


Neben batterieelektrischen Bussen – die TPER ebenfalls weiter ausbaut, zusammen mit Oberleitungsbussen und einem künftigen Straßenbahnnetz – zeigt dieses Projekt, dass Wasserstoff eine vollwertige emissionsfreie Option innerhalb eines breiteren Mixes ist. Bologna reiht sich damit unter die europäischen Städte mit den größten Wasserstoffbusflotten ein.


Quellen:

  • TPER – tper.it
  • Sustainable Bus – sustainable-bus.com
  • Hydrogen Europe – hydrogeneurope.eu
  • Ballard – blog.ballard.com
  • gasworld – gasworld.com
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