Kommerzielle Flotten bringen den Wasserstoffmarkt in Schwung
Während sich das Wasserstoffauto für Privatkunden nach wie vor schwertut, übernimmt der gewerbliche Sektor die Führung. Lkw und Busse werden immer häufiger zum Schwungrad des FCEV-Markts – und das ist kein Zufall. Die Technologie passt dort einfach besser: Betankung in weniger als zehn Minuten, eine große Reichweite dank der hohen Energiedichte von Wasserstoff und null Emissionen an Orten, an denen die Luftqualität unter Druck steht.
Die Technologie selbst ist nicht neu. PEM-Brennstoffzellen (Proton Exchange Membrane) haben ihren Ursprung in den Raumfahrtprogrammen der NASA in den 1960er-Jahren. Toyota brachte 2014 den Mirai als erstes kommerzielles FCEV für Privatkunden auf den Markt, gefolgt von Hyundais Nexo. Um 2020 herum ermöglichten stärkere Förderprogramme und die ersten größeren Wasserstoff-Tanknetze den Schritt zu echten kommerziellen Flottenbetrieben.
Die großen Namen der Branche – Toyota, Hyundai, Honda, Cummins und Daimler mit seinem Mercedes-Benz GenH2 Truck – richten den Blick immer deutlicher auf den Schwerlastverkehr. Marktanalysten von Precedence Research und Global Market Insights erwarten bis Mitte der 2030er-Jahre ein jährliches Wachstum von über 25 %, wobei Nutzfahrzeuge das am schnellsten wachsende Segment bilden. Asien-Pazifik liegt vorn, angetrieben von gezielten Subventionen und ehrgeizigen Infrastrukturplänen.
Die Hürden sind bekannt: Brennstoffzellenstacks sind im Vergleich zu Batterien noch zu teuer, das Tanknetz ist dünn, und der größte Teil des Wasserstoffs wird derzeit noch aus Erdgas gewonnen. Letzteres untergräbt das grüne Versprechen, solange die Umstellung auf grünen Wasserstoff ausbleibt. Doch die Richtung ist klar: Mit jeder zusätzlichen Tankstelle und jedem Kostenrückgang rückt der Durchbruch von Wasserstoff-Lkw und -Bus ein Stück näher.