Deutschland stellt 220 Millionen Euro für Wasserstofftankstellen entlang von Transportkorridoren bereit
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Deutschland stellt 220 Millionen Euro für Wasserstofftankstellen entlang von Transportkorridoren bereit

Veröffentlicht am 01-07-2026

Deutschland stellt 220 Millionen Euro für Wasserstofftankstellen entlang von Transportkorridoren bereit


Das deutsche Bundesministerium für Verkehr (BMV) startet eine Förderrunde in Höhe von 220 Millionen Euro für den Aufbau von Wasserstofftankstellen für den Schwerlastverkehr. Die Regelung, koordiniert von der NOW GmbH und umgesetzt durch den Projektträger Jülich, zielt auf bis zu 40 neue öffentlich zugängliche Wasserstofftankstellen entlang der wichtigsten Transportkorridore in Deutschland. Anträge konnten bis zum 31. Mai 2026 eingereicht werden.


Wie funktioniert die Förderung?


Kern der Regelung ist ein Paketansatz: Tankstellen und Wasserstofffahrzeuge werden gemeinsam gefördert. Damit wird die klassische Blockade vermieden: Ohne ausreichend Fahrzeuge ist eine Tankstelle nicht rentabel, aber ohne Tankstellen investiert niemand in Wasserstoff-Lkw.


Konkret bedeutet das:

- Wasserstofftankstellen können mit bis zu 50 % der förderfähigen Kosten unterstützt werden

- Neue Lkw und Busse (Klasse N2 und N3) mit Wasserstoffantrieb — sowohl Brennstoffzelle als auch Verbrennungsmotor — werden mit bis zu 80 % der Mehrkosten gegenüber einem vergleichbaren Dieselfahrzeug gefördert

- Ziel: bis zu 40 neue Tankstellen und 400 neue Wasserstofffahrzeuge bis 2030

- Tankstellen müssen der europäischen AFIR-Verordnung für die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe entsprechen


Neu: auch H2ICE-Fahrzeuge förderfähig


Bemerkenswert an der Runde 2026 ist, dass Wasserstofffahrzeuge mit Verbrennungsmotor (H2ICE) ausdrücklich neben Brennstoffzellenfahrzeugen berücksichtigt werden. Das passt zur breiteren europäischen Entwicklung, bei der H2ICE — wie der kürzlich vorgestellte KEYOU HICE.40 auf Basis des Mercedes-Benz Actros — als vollwertige emissionsfreie Option für den Schwerlastverkehr anerkannt wird.


Minister Patrick Schnieder (BMV): „Wasserstoff spielt technisch, wirtschaftlich und geopolitisch eine wichtige Rolle für einen klimafreundlichen Schwerlastverkehr und ist eine sinnvolle Ergänzung zu batterieelektrischen Antrieben. Mit dieser Förderung lösen wir das Henne-Ei-Problem: Lkw-Fahrer finden verlässliche Tankmöglichkeiten und die Tankstellen sind von Anfang an ausgelastet. Schritt für Schritt entsteht so ein zuverlässiges Grundnetz."


Kontext: Die Niederlande gehen einen vergleichbaren Weg


Die Niederlande verfolgen mit der Förderregelung Wasserstoff in der Mobilität (SWiM) einen vergleichbaren Ansatz. In der dritten Förderrunde (April–Mai 2026) stehen 45 Millionen Euro zur Verfügung. Bisher führten zwei frühere SWiM-Runden zu sieben neuen Wasserstofftankstellen, sieben Erweiterungen bestehender Tankstellen und rund 600 geförderten Fahrzeugen, davon fast 500 Lkw. Die Niederlande zählen derzeit 23 öffentliche Wasserstofftankstellen, von denen ein Teil für den Schwerlastverkehr geeignet ist.


Der parallele Ansatz in Deutschland und den Niederlanden zeigt, dass Wasserstoffinfrastruktur für den Schwerlastverkehr nicht von einer einzigen großen Investition abhängt, sondern von gezielten, nachfrageorientierten Förderungen, die Tankstelle und Flotte gleichzeitig aufbauen.


Quellen


- NOW GmbH Pressemitteilung Förderaufruf 01/2026 (now-gmbh.de)

- Alles over Waterstof (allesoverwaterstof.nl, Februar 2026)

- RVO.nl – SWiM Förderregelung

- Vrachtwagenheffing.nl – SWiM dritte Runde (April 2026)

- Nederland Elektrisch – Ergebnisse der zweiten SWiM-Runde

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