Europapremiere: Erster ADR-Wasserstoff-Lkw fährt rund um Rotterdam
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Europapremiere: Erster ADR-Wasserstoff-Lkw fährt rund um Rotterdam

Veröffentlicht am 28-05-2026

Eine Premiere für Europa: VERVAEKE, spezialisiert auf Tanktransporte für die Chemieindustrie, setzt als erstes Unternehmen einen ADR-zertifizierten Wasserstoff-Lkw für den Transport von Gefahrgut ein. Es handelt sich um einen MAN hTGX, der in einem Pilotprojekt gemeinsam mit dem Salz- und Chemieproduzenten Nobian in der Region Rotterdam unterwegs ist.


Warum das besonders ist

ADR ist das europäische Regelwerk für den sicheren Transport gefährlicher Güter wie Natronlauge und Salzsäure. Gerade in diesem schweren, streng regulierten Segment waren nachhaltige Alternativen zum Diesel bisher rar. Dieser Lkw erfüllt die ADR-Vorschriften vollständig und beweist damit, dass Sicherheit und Emissionsfreiheit Hand in Hand gehen können. Das Pilotprojekt startete im Februar 2026 und läuft drei Jahre.


Die Technik

Der MAN hTGX fährt mit einem Wasserstoff-Verbrennungsmotor (H2-ICE): Wasserstoff wird in einem angepassten Verbrennungsmotor verbrannt, statt über eine Brennstoffzelle in Strom umgewandelt zu werden. Der Motor liefert 520 PS und 2.500 Nm Drehmoment. Der Lkw speichert 56 kg Wasserstoff bei 700 bar, ist in weniger als 15 Minuten getankt und erreicht eine Reichweite von bis zu 600 km.


Ein großer Vorteil für diese Art von Einsatz ist das Gewicht. Der Wasserstoff-Lkw ist gut 2.300 kg leichter als eine vergleichbare batterieelektrische Variante. Das macht sich unmittelbar bei der Nutzlast bemerkbar, was im Tanktransport schwer wiegt. Und weniger Gewicht bedeutet auch weniger Energie, um den Lkw in Bewegung zu setzen. Schnelles Tanken und eine große Reichweite machen den Lkw für anspruchsvolle Fahrten geeignet.


Die Partner

Konfiguriert und geliefert wurde der Lkw mit Unterstützung des Händler- und Servicepartners Van Leeuwen Truckservice, der neben der Technik auch bei Fragen wie der Förderberatung mitgedacht hat. Die Anschaffung wurde durch die niederländische SWiM-Förderregelung für Wasserstoffmobilität unterstützt. Das Pilotprojekt läuft vorerst auf Routen rund um Rotterdam, kann aber wachsen, sobald sich das Netz an Wasserstofftankstellen weiter ausbaut.


Die Wirkung

Der Lkw wird voraussichtlich rund 100.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen und ersetzt damit einen Diesel-Lkw. Das bringt eine geschätzte Einsparung von 88,5 Tonnen CO2 pro 100.000 km. Für Nobian passt das zum Ziel, die CO2-Emissionen des Chemietransports zu senken.


MAN positioniert den hTGX bewusst als Speziallösung für Einsätze, in denen batterieelektrische Lkw weniger geeignet sind oder in denen Ladeinfrastruktur fehlt. Neben batterieelektrischen Antrieben zeigt diese Premiere schön, wie Wasserstoff gerade im schweren, anspruchsvollen Transport ein wertvoller, emissionsfreier Weg sein kann.


Quellen

  • Nobian – nobian.com
  • Motor Transport – motortransport.co.uk
  • Fuel Cells Works – fuelcellsworks.com
  • Bulk Distributor – bulk-distributor.com
  • MAN Truck & Bus
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