Ferrari patentiert flexiblen Wasserstofftank für Sportwagen
Ferrari arbeitet weiter an einer Zukunft, in der der Sportwagen sauber und schnell ist. Ein neues Patent, das von CarBuzz entdeckt wurde, beschreibt einen auffälligen neuen Typ von Speichertank für Wasserstoff. Es zeigt, dass die italienische Marke Wasserstoff als emissionsfreie Mobilitätslösung immer ernster nimmt.
Ein Tank, der mit dem Kraftstoff mitatmet
Wasserstoff für Fahrzeuge wird derzeit in schweren, zylinderförmigen Tanks gespeichert. Der Kraftstoff steht unter extrem hohem Druck — beim Toyota Mirai zum Beispiel bei rund 700 bar in einem mehrschichtigen Tank aus Kohlefaser. Ferrari wählt einen anderen Ansatz: einen Tank aus verformbarem Material, der sich je nach Wasserstoffmenge ausdehnen und zusammenziehen kann, dabei aber weiterhin diesem hohen Druck standhält.
Ferrari vergleicht das selbst mit einem Ballon in einem Korb. Ein robustes Gehäuse hält die Unterseite des flexiblen Sacks fest, während eine Seite nach oben zum wichtigsten Bauteil führt: einer Einfüllöffnung, die beim Tanken Wasserstoff einlässt und ihn während der Fahrt wieder abgibt. Indem dieses Bauteil fest verankert wird, verhindert die Konstruktion, dass der sich bewegende Tank den Anschluss überlastet — eine mögliche Ursache für Verschleiß oder Ausfall auf längere Sicht.
Klug mit Raum und Gewicht umgehen
Das Patent zeigt den Tank hoch positioniert, an der Stelle, an der normalerweise der Kofferraum liegt. Bei einem klassischen Mittelmotor-Ferrari würdest du hinter dir also nicht länger die Motorhaube, sondern den Wasserstofftank sehen. Der Motor wandert dann wahrscheinlich nach vorne.
Trotzdem gibt es gute Nachrichten für die Fahreigenschaften. Wasserstoff ist nämlich viel leichter als Benzin. Ein Mirai führt rund 5,6 Kilogramm Wasserstoff mit sich und kommt damit etwa 480 Kilometer weit. Weniger Gewicht bedeutet auch weniger Energie, um das Auto in Bewegung zu setzen — ein Vorteil, der gut zu einem sparsamen Umgang mit Rohstoffen passt.
Teil einer breiteren Wasserstoffstrategie
Der Tank steht nicht für sich allein. Ferrari hat in den vergangenen Jahren mehrere Patente rund um Wasserstoff angemeldet, sowohl für Brennstoffzellen als auch für die direkte Verbrennung von Wasserstoff in einem Verbrennungsmotor. Frühere Patente beschrieben sogar einen umgekehrt eingebauten Sechszylinder, der Platz für genau diese Wasserstofftanks schaffen soll.
Ob diese Technologie jemals in ein Serienfahrzeug kommt, ist noch nicht sicher — Patente schützen vor allem Ideen. Sie zeigen aber, dass Ferrari die Grundlage legt, um bereit zu sein, sobald Wasserstoff als Kraftstoff reif ist. Neben dem batterieelektrischen Fahren zeichnet sich so ein zweiter Weg in Richtung emissionsfreier Mobilität ab.
Quellen
- CarBuzz — Ferrari Is Getting Serious About Hydrogen Combustion Sports Cars (Juni 2026)
- Motor Authority — Ferrari patents hydrogen-powered engine
- Hydrogen Europe — Ferrari patents hydrogen internal-combustion engine
- IGEM — Hydrogen under the hood: Ferrari explores hydrogen combustion