Frankreich stellt 778 Millionen Euro für drei Wasserstoffprojekte bereit
Frankreich setzt stark auf kohlenstoffarmen Wasserstoff
Der französische Staat stellt 778 Millionen Euro bereit, um drei Wasserstoffprojekte fünfzehn Jahre lang zu fördern. Die Förderung ging aus einer wettbewerblichen Ausschreibung hervor, die Ende 2025 gestartet wurde; die Gewinner stehen nun fest. Das Geld soll Wasserstoff aus Elektrolyse für die Industrie bezahlbar machen.
Wie funktioniert die Förderung?
Frankreich setzt auf eine Betriebsbeihilfe pro Kilogramm Wasserstoff, verteilt über fünfzehn Jahre. Damit wird die Differenz zwischen den (noch) hohen Produktionskosten und dem Marktpreis überbrückt. Bemerkenswert ist, dass Frankreich nicht nur grünen Wasserstoff (aus Sonne und Wind) anrechnet, sondern auch Wasserstoff auf Basis von Atomstrom. Deshalb spricht Paris bewusst von „kohlenstoffarmem“ statt von „grünem“ Wasserstoff.
Um welche Projekte geht es?
Die drei ausgewählten Projekte kommen zusammen auf 415 Megawatt Elektrolyseleistung, wovon rund 161 Megawatt tatsächlich gefördert werden:
- Hydrozère (ENGIE Solutions H2) — 5 MW am Stahlwerk von ArcelorMittal in Saint-Chély-d'Apcher. Wasserstoff für die Stahlproduktion.
- eM-Rhône (Elyse Energy) — 210 MW am Chemiestandort Les Roches-Roussillon im Département Isère. Für synthetisches Methanol, hergestellt mit abgeschiedenem CO2 aus einem Zementwerk von Lafarge.
- FertHySomme (FertigHy) — 200 MW in Languevoisin-Quiquery (Somme). Für kohlenstoffarmen Stickstoffdünger.
Teil eines größeren Plans
Die Projekte fügen sich in Frankreichs Ziel ein, 1 Gigawatt Elektrolysekapazität zu installieren. Die Gewinner haben nun zwei Monate Zeit, ihre Finanzierung zu sichern. Dass die ersten Projekte vor allem auf die Industrie abzielen — Stahl, Methanol und Dünger — ist logisch: Dort lässt sich Wasserstoff nur schwer durch direkte Elektrifizierung ersetzen.
Warum das auch für die Mobilität zählt
Bei diesen drei Projekten geht es um die Industrie, nicht um die Zapfsäule. Trotzdem ist es eine gute Nachricht für die Wasserstoffmobilität. Je mehr Produktionskapazität entsteht und je weiter die Kosten sinken, desto leichter gelangt sauberer Wasserstoff am Ende auch an Tankstellen und in den Schwerlastverkehr. Wir sehen den Ausbau der Produktion als notwendige Grundlage der gesamten Wasserstoffkette.
Quellen
- Gasworld — France selects three electrolytic hydrogen projects for €778m in 15-year subsidies
- Hydrogen Europe — France selects three electrolytic hydrogen projects for €778m
- HydroNews — Paris awards nearly €800 million to three low-carbon hydrogen projects
- Fuel Cells Works — France selects three decarbonised hydrogen projects for €778 million (23. Juli 2026)