Französisches Unternehmen FDE findet Wasserstoffkonzentrationen von fast 50 % in der Tiefe – und peilt die Produktion für 2028 an
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Technologie #weißer Wasserstoff

Französisches Unternehmen FDE findet Wasserstoffkonzentrationen von fast 50 % in der Tiefe – und peilt die Produktion für 2028 an

Veröffentlicht am 04-07-2026

Französisches Unternehmen FDE findet Wasserstoffkonzentrationen von fast 50 % in der Tiefe — und peilt Produktion ab 2028 an


Das französische Energieunternehmen FDE (La Française de l'Énergie) meldet einen bedeutenden Durchbruch bei der Exploration von natürlichem Wasserstoff in der Region Lothringen im Nordosten Frankreichs. Analysen nach den Bohrungen der Sonde PTH-2 zeigen Wasserstoffkonzentrationen von 36,1 % in 2.242 Metern Tiefe und 49,6 % in 2.426 Metern. FDE bezeichnet dies als eine der höchsten jemals in situ gemessenen Konzentrationen weltweit.


Was ist die Sonde PTH-2?


Die Sonde PTH-2 in Pontpierre (Moselle) ist die weltweit tiefste Bohrung, die ausschließlich zur Exploration von natürlichem Wasserstoff niedergebracht wurde, mit einer Endtiefe von 3.655 Metern. Die Bohrung erfolgte im Rahmen des Forschungsprogramms REGALOR II, das FDE in Zusammenarbeit mit der Universität Lothringen, dem CNRS, dem BRGM und Solexperts leitet. Das Programm erhielt 8,8 Millionen Euro an Fördermitteln von der Region Grand Est und der Europäischen Union über den Just Transition Fund.


Die Ergebnisse bauen auf der früheren Entdeckung in Folschviller aus dem Jahr 2023 auf, bei der FDE bereits Konzentrationen von 20 % gelöstem Wasserstoff in 1.200 Metern Tiefe gemessen hatte. Eine wiederkehrende Beobachtung ist, dass die Konzentrationen mit der Tiefe zunehmen — ein Hinweis auf ein aktives Wasserstoffproduktionssystem im Untergrund.


Was ist natürlicher Wasserstoff?


Natürlicher Wasserstoff — auch geologischer oder goldener Wasserstoff genannt — ist Wasserstoff, der im Erdinneren durch geochemische Prozesse entsteht, insbesondere durch die Reaktion eisenhaltiger Mineralien mit Wasser (Serpentinisierung). Es handelt sich nicht um einen hergestellten Brennstoff wie grünen oder blauen Wasserstoff, sondern um eine primäre Energiequelle, die in der Erdkruste vorhanden ist. Die potenziellen Vorteile sind erheblich: keine Elektrolyse erforderlich, keine CO2-Emissionen bei der Produktion und möglicherweise niedrige Produktionskosten, sofern Konzentrationen und Volumina ausreichend sind.


Die Technologie zur Gewinnung und Zertifizierung solcher Reserven steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. FDE arbeitet dafür mit eigener Messtechnologie (SYSMOG), die in Zusammenarbeit mit Solexperts validiert wurde.


Zeitplan: Zertifizierung 2027, Produktion Ende 2028 oder Anfang 2029


FDE strebt für 2027 eine unabhängige Ressourcenzertifizierung an — ein notwendiger Schritt, um die kommerzielle Machbarkeit zu bestätigen — gefolgt vom Start der industriellen Produktion in Ostfrankreich Ende 2028 oder Anfang 2029. Das Unternehmen beantragt außerdem eine exklusive Explorationsgenehmigung für das 2.254 km² große Gebiet Trois-Évêchés, das das gesamte Moselle-Becken umfasst.


CEO Antoine Forcinal: „PTH-2 markiert einen Wendepunkt, nicht nur für FDE, sondern für die gesamte Branche des natürlichen Wasserstoffs. Wir diskutieren nicht länger über eine wissenschaftliche Hypothese; wir beseitigen schrittweise die geologischen, technologischen und industriellen Risiken eines Projekts, das eines der ersten industriellen Vorhaben für natürlichen Wasserstoff in Europa werden könnte."


Relevant für die Energiewende?


Natürlicher Wasserstoff ist unabhängig von dem hergestellten grünen und blauen Wasserstoff, der heute auf dem Markt ist. Das Potenzial ist groß: lokal, kohlenstoffarm und möglicherweise kostenwettbewerbsfähig. Doch der Sektor befindet sich noch in einem frühen Stadium. FDE ist weltweit einer der wenigen Akteure, die ernstzunehmende Messergebnisse in industriell relevanter Tiefe vorweisen können. Ob und wann dies zu einer stabilen Versorgung für Mobilitätsanwendungen oder die Industrie führt, ist noch ungewiss — die Richtung ist jedoch vielversprechend.


Quellen


- Offizielle Pressemitteilung von FDE, 23. Juni 2026 (Euronext / live.euronext.com)

- H2 Bulletin (h2bulletin.com)

- NatH2Investing — Hintergrund REGALOR II (Dezember 2025)

- Hydrogen Insight — exklusive Explorationsgenehmigung (Januar 2026)

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