Kärnten fährt mit Wasserstoff: Österreichs größte H2-Busflotte im Einsatz
Das österreichische Bundesland Kärnten macht einen großen Schritt bei der Umstellung des öffentlichen Verkehrs auf nachhaltige Antriebe. In Villach ist die größte Wasserstoff-Busflotte Österreichs in Betrieb gegangen: 35 Regionalbusse der ÖBB Postbus, die mit grünem Wasserstoff fahren. Gleichzeitig eröffnete die erste speziell dafür errichtete Wasserstoff-Tankstelle des Landes.
Eine Flotte für die Berge
Die Busse des Typs MCV C127 FC LE des Herstellers MCV sind speziell für das anspruchsvolle alpine Straßennetz angepasst. Sie fahren unter anderem in der Region Villach sowie durch das Drautal, das Rosental und das Gegendtal. Pro Tankfüllung schaffen sie rund 400 bis 500 km, und die Betankung dauert nur 10 bis 15 Minuten – vergleichbar mit einem herkömmlichen Bus. Gemeinsam legen sie etwa zwei Millionen Kilometer pro Jahr zurück. Damit ist Kärnten das erste Bundesland, das im Regionalverkehr auf eine Wasserstoff-Busflotte setzt.
Eine Wasserstoff-Brennstoffzelle erzeugt den Strom direkt im Fahrzeug. Ein schöner Vorteil im Winter: Die bei dieser Reaktion entstehende Wärme kann zum Heizen des Busses genutzt werden. Die Busse fahren zudem geschmeidig und leise, was den Komfort für die Fahrgäste und die Lebensqualität der Anwohner verbessert.
Lokaler, grüner Wasserstoff
Der Wasserstoff ist 100 % grün und wird regional produziert. Das Energieunternehmen Kelag hat in Arnoldstein eine Elektrolyseanlage errichtet, die mit Strom aus erneuerbaren Quellen bis zu 700 kg grünen Wasserstoff pro Tag herstellt. Der Wasserstoff wird per Trailer über eine kurze Strecke von etwa 25 km zur Tankstelle am Postbus-Standort in Villach gebracht, wo er gespeichert und komprimiert wird.
Ein schlaues Detail: Der bei der Elektrolyse entstehende Sauerstoff wird in einer Müllverbrennungsanlage genutzt, und die Abwärme geht ins Wärmenetz. So trägt das Projekt nicht nur zu saubererem Verkehr bei, sondern auch zur Wärmewende.
Zusammenarbeit und Aufbau
Das Projekt heißt DeCarB (Decarbonising Carinthian Bus Transport) und ist eine Initiative des Landes Kärnten mit einem breiten Konsortium: Verkehrsverbund Kärnten, Gutmann (Errichter der Tankstelle), Kelag und ÖBB Postbus. Die Beschaffung wurde über österreichische Förderprogramme für emissionsfreie Fahrzeuge unterstützt.
ÖBB Postbus sammelt schon länger Erfahrung: Seit Dezember 2022 fuhren die ersten fünf Wasserstoffbusse in der Region Villach-Land. Mit dieser Erweiterung wächst der Gesamtbestand auf 36 Busse.
Warum das zählt
Gerade auf längeren Regionallinien und in bergigem Gelände, wo Reichweite, Tankzeit und Energiemanagement entscheidend sind, zeigen Wasserstoffbusse ihren Wert. Neben batterieelektrischen Fahrzeugen macht Kärnten deutlich, wie Wasserstoff eine wertvolle, emissionsfreie Ergänzung sein kann – eingebettet in ein lokales Energiesystem mit grüner Produktion.
Quellen
- Fuel Cells Works – fuelcellsworks.com
- ÖBB Postbus – postbus.at
- Sustainable Bus – sustainable-bus.com
- ORF Kärnten – kaernten.orf.at
- busplaner – busplaner.de