Mobile Wasserstofftankstelle bringt Busse von Weser-Ems-Bus in Norddeutschland sofort auf die Straße
Im norddeutschen Jever sind seit Dezember 2025 sechs Wasserstoffbusse im regulären Linienbetrieb unterwegs. Bemerkenswert ist, wie dieser Start möglich wurde: nicht mit einer festen Tankstelle, sondern mit einer mobilen Wasserstofftankstelle. So konnten die Busse sofort auf die Straße, während die feste Station erst später im Jahr 2026 in Betrieb geht.
Eine clevere Lösung für ein praktisches Problem
Beim Umstieg auf Wasserstoffmobilität müssen drei Dinge zusammenpassen: die Fahrzeuge, die Tankinfrastruktur und die Kraftstoffversorgung. In der Praxis laufen diese Zeitpläne nicht immer synchron. Eine mobile Tankstelle schafft dann Abhilfe: Sie überbrückt die Zeit, bis die feste Station fertig ist, sodass ein Projekt nicht warten muss.
Genau das passiert in Jever im Landkreis Friesland in Niedersachsen. Der Weser-Ems-Bus, eine Tochter von DB Regio, hat sechs Brennstoffzellenbusse des portugiesischen Herstellers CaetanoBus in Dienst gestellt. Sie tanken an einer mobilen Station auf dem eigenen Betriebshof. Sobald die feste Tankstelle in Schortens im Gewerbegebiet JadeWeserPark fertig ist, wird die Betankung dorthin verlagert.
Wer macht was
Das Projekt bringt verschiedene Partner zusammen. Die mobile Station gehört dem Forschungsinstitut ttz Bremerhaven und wird von MoviaTec betrieben, das für einen sicheren und zuverlässigen Betrieb sorgt. Den Kraftstoff liefert der Produzent von grünem Wasserstoff Lhyfe. Der Landkreis Friesland und der Weser-Ems-Bus verantworten den Betrieb der Busse.
Die Station arbeitet mit 350 bar, dem üblichen Druck für Wasserstoffbusse und Nutzfahrzeuge. Vorab wurden auf Basis des erwarteten Wasserstoffbedarfs verschiedene Betankungsszenarien durchgerechnet. Im Alltag zeigt sich, dass die Betankung sogar schneller geht, als die Modelle vorhergesagt hatten.
Grüner Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen
Lhyfe liefert RFNBO-zertifizierten grünen Wasserstoff, der die strengsten Nachhaltigkeitsanforderungen der Europäischen Union erfüllt. Das Unternehmen verfügt über vier zertifizierte Produktionsstandorte, eine Flotte von mehr als achtzig Typ-IV-Transportcontainern und rund fünfzehn Speicherstandorte in ganz Europa. Damit ist eine kontinuierliche Versorgung mit nachhaltigem Wasserstoff gesichert.
Das Projekt ist Teil der umfassenderen Strategie der Deutschen Bahn, saubere Antriebe auszurollen. Das Bundesverkehrsministerium unterstützt die Umstellung der Busflotte mit rund 16,5 Millionen Euro. Demnächst fährt etwa jeder zehnte DB-Bus in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein emissionsfrei.
Warum das wichtig ist
Wasserstoff ist neben dem batterieelektrischen Antrieb eine Zero-Emission-Lösung für den öffentlichen Nahverkehr. Für Kommunen, die ihre Flotte umweltfreundlicher machen wollen, zeigt dieses Projekt: Man muss nicht auf eine feste Infrastruktur warten, um loszulegen. Die mobile Tankstelle ist ein skalierbares Modell, das den Start von Wasserstoffprojekten beschleunigt.
Für regionale Buslinien mit längeren Strecken und ganztägigem Einsatz passt Wasserstoff gut: schnelle Betankung und eine große Reichweite halten den Fahrplan reibungslos. Zudem macht eine mobile Station den Rollout flexibel, wodurch das Netz in der Aufbauphase weniger stark belastet wird. So wächst das Angebot an emissionsfreiem Verkehr Schritt für Schritt – ohne unnötige Verzögerung.
Quellen:
• Fuel Cells Works – Lhyfe powers Weser-Ems-Bus hydrogen fleet with mobile refuelling station (Juli 2026)
• Sustainable Bus – Weser-Ems-Bus launches hydrogen buses with Lhyfe-backed mobile refuelling station in Lower Saxony (Juli 2026)
• AJOT – A mobile green hydrogen refueling station enables immediate deployment of a hydrogen bus fleet in Northern Germany (Juli 2026)
• H2 Bulletin – Mobile hydrogen refuelling station accelerates zero-emission bus rollout in Northern Germany (Juli 2026)
• NOW GmbH – Weser-Ems-Bus: Friesland district embraces hydrogen buses (Dezember 2025)