NAM-X erhält europäisches Patent auf austauschbare Wasserstoffkapseln
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NAM-X erhält europäisches Patent auf austauschbare Wasserstoffkapseln

Veröffentlicht am 25-05-2026

NAM-X, das französisch-marokkanische Start-up hinter einem auffälligen Wasserstoff-SUV, hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das Europäische Patentamt hat ein Patent auf die Technologie der austauschbaren Wasserstoffkapseln erteilt, die im Zentrum des Unternehmens steht. Damit ist die Kerninnovation von NAM-X nun in einem großen Teil Europas rechtlich geschützt.


Was wurde patentiert?

Das Patent, registriert unter der Nummer EP 4511247, deckt das System der herausnehmbaren, wiederaufladbaren Wasserstoffkapseln ab. Der Antrag wurde am 20. April 2023 eingereicht, mit einer beanspruchten Priorität vom 21. April 2022. Der offizielle Hinweis auf die Erteilung wird am 20. Mai 2026 im Europäischen Patentblatt veröffentlicht. Laut NAM-X gilt das Patent in den benannten Vertragsstaaten, darunter Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, die Niederlande, Schweden und die Schweiz.


Gründer Faouzi Annajah sprach von einem langen und komplexen Prozess von rund vier Jahren, mit erheblichen Investitionen, um die Technologie international zu schützen.


Wie funktioniert das Kapselsystem?

Das HUV (Hydrogen Utility Vehicle) kombiniert einen fest eingebauten Wasserstofftank mit einem Satz herausnehmbarer Kapseln im Heck. Der Haupttank speichert etwa 5 kg Wasserstoff; darüber hinaus können bis zu sechs Kapseln eingesetzt werden. Leere Kapseln lassen sich von Hand gegen volle austauschen oder auch nach Hause liefern. Die Idee dahinter: Wasserstoffmobilität zugänglich machen, ohne dass überall zuerst ein dichtes Netz an Wasserstofftankstellen nötig ist. Insgesamt strebt NAM-X eine Reichweite von bis zu etwa 800 km an.


Ein interessanter Aspekt ist das geringe Gewicht und der intelligente Einsatz von Rohstoffen: je weniger Masse ein Fahrzeug mitschleppen muss, desto weniger Energie ist nötig, um es in Bewegung zu setzen. Das dezentrale Kapselmodell kann zudem dazu beitragen, Spitzenlasten im Stromnetz zu entlasten – eine willkommene Eigenschaft in Zeiten von Netzengpässen.


Stand des Fahrzeugs

NAM-X hat die Prototypenvalidierung abgeschlossen und befindet sich nun in der Phase der industriellen Entwicklung. Das Unternehmen entschied sich zuvor für einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor (H2 ICE) anstelle von ausschließlich Brennstoffzellen – mit Blick auf Leistung und beherrschbare Produktionskosten. Anfang 2025 führte NAM-X aerodynamische Tests im Windkanal des Designpartners Pininfarina durch. Ende 2025 startete das Unternehmen eine fortgeschrittene Vorbestellungsphase.


Das HUV soll voraussichtlich in zwei Ausführungen kommen: eine Einstiegsversion mit Hinterradantrieb und rund 300 PS sowie eine kräftigere GTH-Version mit Allradantrieb und etwa 550 PS. Die Preise dürften zwischen 65.000 und 95.000 Euro liegen.


Was bedeutet das?

Mit dem erteilten Patent verlagert sich die Aufmerksamkeit vom Schutz der Idee auf die praktische Umsetzung: Industrialisierung, Aufbau von Partnerschaften und die Gewinnung neuer Investoren. Annajah betont, dass die Technologie „multimodal“ sei und möglicherweise auch außerhalb der Automobilindustrie Anwendung finden könne, in anderen Energie- und Transportbereichen.


Neben dem batterieelektrischen Fahren positioniert NAM-X Wasserstoff so als ergänzenden, emissionsfreien Weg zu sauberer Mobilität – mit einem eigenen, dezentralen Distributionsmodell als Unterscheidungsmerkmal.


Quellen

  • Industrie du Maroc – industries.ma (14. Mai 2026)
  • Infomédiaire – infomediaire.net
  • Forbes Morocco – forbesmorocco.com
  • Grokipedia / NamX HUV
  • Offizielle NamX-Website – namx-hydrogen.com
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