Die Niederlande erweitern die SWIM-Förderung deutlich: bis zu 12 Millionen Euro für Wasserstoff-Tankstellen und Logistik
Die Niederlande gehen mit dem erneuerten SWIM-Programm den nächsten Schritt in der Wasserstoffmobilität
Die niederländische Regierung hat die Förderregelung „Subsidieregeling Waterstof in Mobiliteit" (SWIM) deutlich ausgeweitet. Konsortien von Unternehmen können nun eine Förderung von maximal 12 Millionen Euro beantragen — eine kräftige Erhöhung gegenüber früheren Runden, in denen die gemeinsame Obergrenze bei 7 Millionen Euro lag.
Der Antragszeitraum für 2026 läuft vom 1. April bis einschließlich 13. Mai 2026. Durchgeführt wird die Regelung von der Rijksdienst voor Ondernemend Nederland (RVO).
Was hat sich geändert?
Die Regelung wurde in mehreren Punkten erweitert und vereinfacht:
- Wasserstofftankstellen für den Schwerlastverkehr erhalten maximal 40 % Förderung auf die förderfähigen Kosten, bis zu 3 Millionen Euro pro Antrag.
- Multimodale Tankstellen — die auch für den Schienen- oder Schiffsverkehr geeignet sind — kommen für maximal 4 Millionen Euro in Betracht.
- Neu in 2026: Auch private Wasserstofftankstellen sind förderfähig. Die Stationen müssen nicht länger öffentlich zugänglich sein.
- Die Mindesttageskapazität für eine Station wurde auf 1.000 kg Wasserstoff pro Tag erhöht.
- Logistikgeräte und mobile Wasserstoffträger (wie Tubetrailer) sind nun ebenfalls förderfähig.
Fahrzeuge und Arbeitsgeräte
Neben Tankstellen fördert die SWIM die Anschaffung von Wasserstofffahrzeugen in mehreren Kategorien: von Transportern (N1) über schwere Lkw (N3) bis hin zu Bussen (M2/M3). Unternehmen, die bestehende Fahrzeuge auf Wasserstoff umrüsten möchten, können ebenfalls eine Förderung für das Retrofitting beantragen.
Neu ist die Ausweitung auf eine Reihe von Logistikgeräten, die von anderen Förderregelungen nicht abgedeckt werden.
Nachgewiesene Ergebnisse
Die SWIM ist kein neues Experiment. In der ersten Runde (2024) erhielten 9 Kooperationsverbünde eine Förderung, was zu mehr als 200 zusätzlichen Wasserstofffahrzeugen und 5 neuen oder erweiterten Tankstellen führte. Die zweite Runde (2025) brachte erneut 8 Konsortien hervor, die zusammen über 355 Fahrzeuge anschafften und neue Stationen unter anderem in Meerkerk, Steenwijk, Hattemerbroek und Woerden bauten.
Für 2026 steht ein Gesamtbudget von 45 Millionen Euro bereit.
Das Henne-Ei-Problem durchbrechen
Das Programm ist bewusst so angelegt, dass es Infrastruktur und Fahrzeuge gleichzeitig fördert. Ohne Tankstellen keine Wasserstoff-Lkw; ohne Lkw keine rentablen Tankstellen. Indem beide Seiten des Marktes unterstützt werden, will die Regierung ein sich selbst verstärkendes Netz aufbauen — mit Blick auf die europäische Verpflichtung, bis 2030 in jedem städtischen Knotenpunkt eine Wasserstofftankstelle zu haben.
Die Niederlande zählen derzeit 23 öffentliche Wasserstofftankstellen.