Neuer Katalysator ermöglicht grünen Wasserstoff bei deutlich niedrigerer Temperatur
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Technologie #Elektrolyse

Neuer Katalysator ermöglicht grünen Wasserstoff bei deutlich niedrigerer Temperatur

Veröffentlicht am 12-06-2026

Grüner Wasserstoff ist vielversprechend, aber nach wie vor relativ teuer in der Herstellung. Forscher der University of Birmingham stellen nun eine Methode vor, die das ändern könnte — indem sie Wasser bei einer viel niedrigeren Temperatur spalten als bisher nötig war.


Das Problem: Wasserstoff sitzt fest

Wasserstoff ist das häufigste Element im Universum, doch auf der Erde kommt er so gut wie nie in freier Form vor. Er ist an andere Stoffe gebunden, vor allem an Wasser und Erdgas. Um nutzbaren Wasserstoff zu gewinnen, musst du diese Moleküle auseinanderziehen — und genau das kostet Geld. Rund 95 % des heutigen Wasserstoffs wird aus fossilen Quellen hergestellt (grauer Wasserstoff), wobei viel CO2 freigesetzt wird. Grüner Wasserstoff, der durch die Spaltung von Wasser mit Grünstrom per Elektrolyse entsteht, ist sauberer, aber vorläufig teurer.


Der Durchbruch: Spalten bei niedriger Temperatur

In den letzten Jahren gewinnt ein dritter Weg an Boden: die thermochemische Spaltung. Dabei bricht ein Katalysator die Wassermoleküle auf, sobald genügend Wärme vorhanden ist. Der Nachteil war bisher die extreme Hitze: 700 bis 1.000 °C für die Spaltung und sogar 1.300 bis 1.500 °C, um den Katalysator danach wieder nutzbar zu machen.


Das Team unter Leitung von Professor Yulong Ding entwickelte einen Katalysator auf Basis von Perowskit — einem Material mit Gitterstruktur, das Sauerstoff aufnehmen und wieder abgeben kann. Die verwendete Variante, zusammengesetzt aus Barium, Niob, Calcium und Eisen (BNCF), spaltet Wasser bereits bei 150 bis 500 °C. Die Regeneration des Katalysators ist bei 700 bis 1.000 °C möglich. Das ist eine Senkung um etwa 500 °C gegenüber bestehenden Verfahren.


In den Tests behielt der Katalysator seine Wirkung über zehn Produktionszyklen, bei kaum messbarer struktureller Veränderung. Die Studie ist im International Journal of Hydrogen Energy veröffentlicht.


Warum das zählt

Eine erste techno-ökonomische Schätzung deutet darauf hin, dass diese Methode günstiger sein könnte als die Elektrolyse. Rechnet man die Kosten für CO2-Abscheidung und -Speicherung mit ein, liegt der Preis laut den Forschern sogar unter dem von Wasserstoff aus Erdgas.


Mindestens genauso interessant ist, wo die Technik passt: Die niedrigere Temperatur bedeutet, dass Wasserstoff lokal mit Abwärme großer Industrieanlagen erzeugt werden kann — oder in der Nähe von Orten, an denen grüne Energie gewonnen wird. Das passt zu einem sparsamen Umgang mit Energie und Rohstoffen und kann helfen, die Produktion zu verteilen, statt von schweren, energieintensiven Anlagen abhängig zu sein.


Noch nicht entschieden

Es handelt sich vorläufig um Laborergebnisse und eine erste Kostenschätzung, nicht um eine im industriellen Maßstab erprobte Technik. Die University of Birmingham hat ein Patent auf das Material angemeldet und sucht Partner, um die Methode zu skalieren. Ob die Technik den Schritt in die Praxis schafft, wird sich in den kommenden Jahren zeigen — aber es macht deutlich, dass der Kostenpreis von grünem Wasserstoff noch deutlich sinken kann, und das über mehrere Wege gleichzeitig.


Quellen

  • Bright.nl — Groene waterstof maken kan straks misschien veel goedkoper met nieuwe methode (Juni 2026)
  • University of Birmingham — Water splitting catalyst creates hydrogen at low temperatures
  • International Journal of Hydrogen Energy — Chen et al., DOI 10.1016/j.ijhydene.2025.152637
  • ScienceDaily / EurekAlert! — New hydrogen breakthrough turns waste heat into clean fuel
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