Riversimple erhält 1,7 Millionen £ Förderung für Wasserstoffauto mit 640 km Reichweite
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Riversimple erhält 1,7 Millionen £ Förderung für Wasserstoffauto mit 640 km Reichweite

Veröffentlicht am 23-04-2026

Das walisische Wasserstoffunternehmen Riversimple hat staatliche Fördermittel für ein ehrgeiziges neues Projekt erhalten: ein leichtes Wasserstoffauto mit 400 Meilen (rund 640 km) Reichweite, das weniger als 1.000 Kilogramm wiegt. Das Projekt trägt den Namen ZELLOR — Zero Emission Lightweight Long Range — und verfügt über ein Gesamtbudget von 1,7 Millionen Pfund.


Staatliche Mittel über DRIVE35


Die Finanzierung stammt aus dem britischen DRIVE35-Programm (Driving Research & Investment in Vehicle Electrification), einer staatlichen Zusage über 4 Milliarden Pfund, die bis 2035 läuft und den britischen Automobilsektor auf dem Weg zur Nullemission stärken soll. Das ZELLOR-Projekt ist eines von achtzehn Demonstrationsprojekten, die am 9. April 2026 als Teil einer umfassenderen Investition von 470 Millionen Pfund angekündigt wurden. Der größte Teil dieses Pakets ging an Agratas für eine Batterie-Gigafabrik, doch Riversimple sicherte sich mit ZELLOR eines der technisch markantesten Projekte. Die Förderung wird vom Advanced Propulsion Centre (APC) in Zusammenarbeit mit Innovate UK umgesetzt.


Was will Riversimple beweisen?


Riversimple stellt sich eine Aufgabe, die auf den ersten Blick einfach klingt, die in der Praxis aber noch niemand so kombinieren konnte: ein vollständig emissionsfreies Fahrzeug mit 400 Meilen Reichweite, das weniger als 1.000 Kilogramm wiegt.


Heutige emissionsfreie Autos mit 400 Meilen Reichweite sind schwer — in der Regel mehr als 2.000 Kilogramm, größtenteils wegen des Batteriepakets. Der Ansatz von Riversimple ist radikal anders: Durch Wasserstoff und Superkondensatoren statt eines schweren Akkupakets, ein komplettes Chassis aus Kohlefaser und vier kleine Elektromotoren in den Rädern wird das Gewicht drastisch reduziert, ohne Abstriche bei der Reichweite.


Der aktuelle Rasa Beta wiegt 580 Kilogramm und hat mit 1,5 kg Wasserstoff eine Reichweite von rund 480 Kilometern, bei einer Brennstoffzelle von lediglich 10 kW. ZELLOR baut auf dieser Basis auf und soll die Latte höher legen: 400 Meilen Reichweite, unter 1.000 Kilogramm.


Supersportwagen als technologischer Katalysator


Inhaltlich ist ZELLOR mit dem Wasserstoff-Supersportwagen verwandt, den Riversimple im August 2024 ankündigte — ein Fahrzeug von 620 Kilogramm mit einer Reichweite von über 400 Meilen, einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,5 Sekunden und einer Brennstoffzelle von nur 29 kW. Beide Projekte teilen denselben technologischen Kern: fortschrittliche Kohlenstoffverbundwerkstoffe, innenliegende Elektromotoren, Superkondensatoren und leichte Brennstoffzellentechnologie.


Riversimple betont bewusst, dass der Supersportwagen als Testträger für Technologie dient, die später auch im erschwinglicheren Serienauto zum Einsatz kommt — dem Nachfolger des Rasa für den täglichen Gebrauch.


Leichtbau als Philosophie, nicht als Trick


Für Riversimple ist geringes Gewicht keine Marketingentscheidung, sondern eine tief verwurzelte Philosophie. Gründer Hugo Spowers weist seit Jahren darauf hin, dass die Automobilbranche eine Gewichtskrise hat: Neue Autos sind im Durchschnitt 25 Prozent schwerer als vor sieben Jahren, größtenteils durch den Wechsel zu batterieelektrischen Antrieben. Dieses Mehrgewicht wirkt sich negativ auf Energieverbrauch, Verkehrssicherheit, Reifenverschleiß und den Ausstoß von Mikroplastik aus — von dem 78 Prozent in den Weltmeeren aus Autoreifen stammen.


Mit Wasserstoff als Energieträger und Superkondensatoren für Lastspitzen umgeht Riversimple die größte Ursache dieses Gewichts: das Batteriepaket. Und ein leichteres Auto verbraucht weniger Wasserstoff, was die Kosten pro Kilometer senkt.


Was bedeutet das für den Weg zur Serienproduktion?


Riversimple hat in den vergangenen Jahren mehrere Produktionstermine verpasst. Die ZELLOR-Förderung ist jedoch ein konkreter Schritt: staatliche Finanzierung über ein formelles Programm, verbunden mit einem klaren technischen Auftrag. Sie gibt dem Unternehmen Mittel und zugleich Legitimität, seinen Ansatz weiterzuentwickeln.


Das ZELLOR-Projekt soll zeigen, dass die Kombination aus Nullemission, großer Reichweite und geringem Gewicht technisch machbar ist — nicht nur in der Theorie, sondern als fahrendes Demonstrationsfahrzeug. Ob das auch den Weg zur Massenproduktion ebnet, bleibt die große Frage. Aber die Richtung ist klarer denn je.


Quellen:

• LinkedIn – Riversimple ZELLOR announcement (9. April 2026)

• The Engineer – Riversimple's ZELLOR lightweighting project nets £1.7m grant (April 2026)

• Riversimple.com – Press releases: Demonstrate35 grant

• FuelCellsWorks – Riversimple supercar announcement (Aug. 2024)

• Wikipedia – Riversimple (aktualisiert April 2026)

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