RWE erhält Genehmigung für MaasH2: möglicherweise die größte grüne Wasserstofffabrik Europas auf der Maasvlakte
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RWE erhält Genehmigung für MaasH2: möglicherweise die größte grüne Wasserstofffabrik Europas auf der Maasvlakte

Veröffentlicht am 01-05-2026

Der deutsche Energieriese RWE hat eine Umweltgenehmigung für den Bau von MaasH2 erhalten, einem großen Elektrolyseur auf der Tweede Maasvlakte in Rotterdam. Die Anlage erhält eine Eingangsleistung von maximal 325 Megawatt und kann voraussichtlich bis zu 6 Tonnen grünen Wasserstoff pro Stunde produzieren. Auf dem Papier wäre das die größte grüne Wasserstofffabrik Europas.


Was ist MaasH2?


MaasH2 ist das Projekt von RWE zur großtechnischen Produktion von grünem Wasserstoff mittels Elektrolyse. Bei der Elektrolyse wird Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten – ohne CO₂-Ausstoß, sofern der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt. Der produzierte Wasserstoff ist für die Industrie und den Schwerlastverkehr in der Region Rotterdam bestimmt.


Für die Stromversorgung setzt RWE auf den Offshore-Windpark OranjeWind (Hollandse Kust West VII), den RWE gemeinsam mit TotalEnergies entwickelt. Der Windpark hat eine Kapazität von 795 Megawatt, die vollständige Inbetriebnahme ist für Anfang 2028 vorgesehen. Das bedeutet, dass MaasH2 für die endgültige Stromleitung von diesem Windpark abhängig ist – ein Kabel, das derzeit noch nicht liegt.


Die Genehmigung ist ein Meilenstein, aber noch nicht die Ziellinie


RWE betont selbst, dass sich das Projekt noch mitten in der Entwicklung befindet. Eine endgültige Investitionsentscheidung (FID) wurde von der Konzernzentrale in Essen noch nicht getroffen. Diese Entscheidung wird frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 erwartet. Fällt die Entscheidung und beginnt der Bau, könnte MaasH2 möglicherweise 2030 in Betrieb gehen.


Der Erfolg des Projekts hängt außerdem von langfristigen Abnahmeverträgen mit großen industriellen Verarbeitern und Raffinerien ab. Ohne diese Verträge lässt sich der Business Case für eine Investition dieser Größenordnung nur schwer darstellen.


Die Maasvlakte als europäischer Wasserstoff-Hub


MaasH2 ist nicht das einzige große Wasserstoffprojekt auf der Maasvlakte. Air Liquide baut dort im Auftrag eines Joint Ventures mit TotalEnergies den 200-MW-Elektrolyseur ELYgator, für den bereits im Juli 2025 eine endgültige Investitionsentscheidung getroffen wurde. Diese Anlage soll Ende 2027 in Betrieb gehen und jährlich rund 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren, teilweise bestimmt für die Raffinerie von TotalEnergies in Antwerpen.


Shell baut auf der Maasvlakte bereits den Elektrolyseur Holland Hydrogen I (200 MW), für den es schon einen Anschluss an das neue Wasserstoffnetz von Gasunie gibt. Die Kombination aus mehreren großen Elektrolyseuren, dem nationalen Wasserstoffnetz und der Nähe zu Seehäfen macht die Maasvlakte immer mehr zu einem strategischen Knotenpunkt für grünen Wasserstoff in Nordwesteuropa.


Wasserstoff für die Industrie, nicht für das Auto


Es ist wichtig zu betonen, wohin dieser ganze Wasserstoff geht: in die Industrie und den Schwerlastverkehr, nicht an die Zapfsäule für Personenwagen. Raffinerien, Chemiefabriken und große Industriekomplexe verbrauchen enorme Mengen Wasserstoff als Rohstoff und Brennstoff. Indem grauer Wasserstoff – der heute noch überwiegend aus Erdgas hergestellt wird – durch grünen Wasserstoff ersetzt wird, kann die Industrie ihre fossile Abhängigkeit Schritt für Schritt abbauen.


Quellen:

  • Industrielinqs – RWE erhält Genehmigung für MaasH2 (April 2026): industrielinqs.nl
  • Telegraaf/DFT – Grünes Licht für Wasserstofffabrik RWE Maasvlakte (April 2026)
  • RWE / TotalEnergies – OranjeWind FID-Ankündigung (Juli 2024): rwe.com
  • Air Liquide – FID ELYgator Elektrolyseur Maasvlakte (Juli 2025): offshorewind.biz
  • Port of Rotterdam – Wasserstoff-Hub Maasvlakte
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