Toyota fährt in Le Mans erstmals öffentlich mit einem Wasserstoff-Racer auf flüssigem Wasserstoff
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Toyota fährt in Le Mans erstmals öffentlich mit einem Wasserstoff-Racer auf flüssigem Wasserstoff

Veröffentlicht am 10-06-2026

Der Klang und die Faszination eines Wasserstoffmotors auf der berühmtesten Rennstrecke der Welt: Bei der 94. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans lässt Toyota erstmals öffentlich seinen TR LH2 Racing Prototype fahren – einen Rennwagen, der mit flüssigem Wasserstoff betrieben wird.


Zwei Demonstrationsrunden

Am Donnerstag, 11. Juni (12:50 Uhr) und am Samstag, 13. Juni (12:45 Uhr, kurz vor dem Start) dreht der TR LH2 Demonstrationsrunden auf dem 13,626 Kilometer langen Circuit de la Sarthe. Das Fahrzeug basiert auf demselben Chassis wie der TR010 Hybrid Hypercar, mit dem Toyota in diesem Jahr einen sechsten Sieg beim Klassiker anstrebt. Am Steuer sitzt Kazuki Nakajima, dreifacher Le-Mans-Sieger.


„Nach den Testkilometern der vergangenen Monate sind wir bereit, mit dem TR LH2 in Le Mans auf die Strecke zu gehen. Es gibt keinen besseren Ort für die erste Rennrunde mit einem Prototyp“, so Nakajima.


Flüssig und gasförmig: einander ergänzende Wege

Toyota fährt nicht allein. Der TR LH2 teilt die Strecke mit dem Alpine Alpenglow und dem Ligier JS2 RH2 (entwickelt von Ligier Automotive und Bosch). Bezeichnend: Toyota fährt mit flüssigem Wasserstoff, während der Alpenglow mit gasförmigem Wasserstoff betrieben wird – zwei sich ergänzende technische Ansätze, nebeneinander auf derselben Strecke.


Flüssiger Wasserstoff ist deshalb besonders, weil er sich bei extrem niedrigen Temperaturen viel kompakter speichern lässt als gasförmiger Wasserstoff unter Druck. Das kann helfen, ausreichend Kraftstoff für Langstreckenrennen mitzuführen.


Ein langer Anlauf

Toyota ist kein Neuling im Wasserstoff-Rennsport. Die Marke fuhr seit 2021 mit Wasserstoff in der japanischen Super-Taikyu-Serie, zunächst mit gasförmigem und ab 2023 mit flüssigem Wasserstoff. Auch in der Rallye-WM zeigte Toyota Wasserstoff, mit Demonstrationen des GR Yaris H2. 2023 fuhr der GR Corolla H2 bereits eine Demonstrationsrunde in Le Mans, und im vergangenen Jahr präsentierte Toyota dort das Konzeptfahrzeug GR LH2 mit flüssigem Wasserstoff. Die öffentliche Demonstration des TR LH2 ist der nächste Schritt.


Der größere Zusammenhang: Seit 2018 arbeitet der ausrichtende Automobile Club de l'Ouest (ACO) gemeinsam mit MissionH24 an Wasserstoff im Rennsport. Das offizielle Zieldatum, in Le Mans mit Wasserstoffautos zu fahren, ist 2028 – auch wenn ACO-Präsident Pierre Fillon zuvor angedeutet hat, dass die ersten Fahrzeuge möglicherweise erst danach an den Start gehen.


Warum das zählt

Der Rennsport ist seit jeher ein Versuchsfeld für Technologie, die später die normale Straße erreicht. Indem Wasserstoff unter den härtesten Bedingungen getestet wird – 24 Stunden lang, bei Höchstgeschwindigkeit – beschleunigt Toyota die Entwicklung sowohl der Technik als auch der dazugehörigen Infrastruktur. Im Hydrogen Village neben der Rennstrecke steht daher auch eine 700-bar-Tankstelle von TotalEnergies, wo das Publikum die Betankung der Prototypen beobachten kann.


Für die Wasserstoffmobilität ist das ein starkes Signal: Die Technologie verlässt das Labor und beweist sich auf der Strecke. Neben dem batterieelektrischen Fahren zeigt der Rennsport, dass Wasserstoff ein vollwertiger, emissionsfreier Weg sein kann – gerade dort, wo Reichweite und schnelles Tanken den Unterschied machen.


Quellen

  • Toyota Racing Newsroom — Le Mans demonstration for liquid hydrogen-fuelled TR LH2 Racing Prototype (Juni 2026)
  • FIA WEC — Liquid hydrogen-fuelled Toyota prototype to take to the track at Le Mans
  • Sportscar365 / RACER — Toyota to demonstrate liquid hydrogen car at Le Mans
  • 24h-lemans.com — A first on the track with the Toyota TR LH2 Racing Prototype
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