Toyota setzt bei Personenwagen auf den Wasserstoff-Verbrennungsmotor – aber ist das wirklich eine Premiere?
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Technologie #Toyota #H2ICE

Toyota setzt bei Personenwagen auf den Wasserstoff-Verbrennungsmotor – aber ist das wirklich eine Premiere?

Veröffentlicht am 28-04-2026

Toyota testet seit Jahren Wasserstoff-Verbrennungsmotoren im Motorsport, mit Rennwagen wie dem GR Corolla und GR Yaris auf dem Fuji Speedway. Jetzt scheint der Schritt zu einem Serienmodell für Endkunden nahe. Doch die Behauptung, Toyota werde damit „der erste Hersteller", verdient eine Einschränkung.


Was Toyota erreichen will


Toyota arbeitet an einem Pkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor (H2-ICE): einer Technologie, bei der Wasserstoff nicht über eine Brennstoffzelle in Strom umgewandelt, sondern direkt in einem angepassten Benzinmotor verbrannt wird. Der große Vorteil: kein CO₂-Ausstoß im Betrieb, dafür aber das Fahrgefühl und der Motorklang eines klassischen Verbrennungsmotors.


Konkret testet Toyota bereits seit Jahren einen 1,6-Liter-Dreizylindermotor — dieselbe Basis wie im GR Yaris — in Rennwagen. Ein Prototyp auf Basis des Corolla Cross H2 Concept beweist, dass die Technik auch abseits der Rennstrecke funktioniert. Ein Produktionstermin für Endkunden ist allerdings noch nicht bestätigt.


Wer war früher dran?


Die Behauptung, Toyota sei „der Erste", stimmt nur mit einer wichtigen Einschränkung: der Erste mit einem Serien-Pkw für Endkunden. In anderen Segmenten sind andere Akteure schon weiter:


  • JCB (Baumaschinen): Der britische Maschinenbauer hat bereits mehr als 120 Wasserstoff-Verbrennungsmotoren produziert und erhielt im Januar 2025 von elf europäischen Behörden die kommerzielle Zulassung für seine H2-ICE-Motoren. JCBs Motor läuft schon auf Baustellen und in einem Mercedes-Lkw — also im kommerziellen Einsatz.
  • Cummins (Lkw und Busse): Über das britische „Project Brunel" lieferte Cummins in Zusammenarbeit mit Johnson Matthey und PHINIA einen funktionsfähigen 6,7-Liter-H2-ICE für den mittelschweren Transport. Der Motor ist auf schwerere Anwendungen skalierbar.
  • KEYOU (Lkw): Der Münchner Spezialist baut H2-Verbrennungsmotoren für Lastwagen und führte 2025 erfolgreiche Tests in einem 12-Zylinder-Muldenkipper-System für Komatsu durch.


Was macht Toyotas Ansatz dann doch besonders?


Toyota ist der erste große Automobilhersteller, der den Wasserstoff-Verbrennungsmotor nicht nur in Prototypen testet, sondern aktiv auf ein Serienmodell für den Endkundenmarkt zusteuert. Während JCB, Cummins und KEYOU sich auf Bau, Industrie und Schwertransport konzentrieren, zielt Toyota auf ganz normale Verkehrsteilnehmer — mit einem Auto, das du beim Händler kaufst.


Die Infrastruktur bleibt die große Herausforderung: Es gibt kaum öffentliche Wasserstoff-Zapfsäulen für Pkw, und die Kosten für grünen Wasserstoff liegen in den Niederlanden derzeit bei rund 17 Euro pro Kilogramm.


Fazit


Toyota kann zu Recht eine Vorreiterrolle bei Pkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor für sich beanspruchen. Die weiter gefasste Behauptung „Weltpremiere" übergeht jedoch eine lange Tradition der H2-ICE-Entwicklung im Industrie- und Transportsektor. Die echte Premiere liegt im Segment und beim Kunden, nicht in der Technologie selbst.


Quellen:

  • Toyota Global Newsroom – Hydrogen Engine Development via Motorsports (2021, 2025)
  • JCB Hydrogen Solutions – H2ICE-Zertifizierung Europa (Januar 2025)
  • Cummins – Project Brunel H2-ICE für den mittelschweren Transport (März 2025)
  • KEYOU / Komatsu – 12-Zylinder-H2-Muldenkipper (März 2025)
  • AutoReview.nl – Toyota Corolla Wasserstoff (Oktober 2025)
  • AutoGids.be – Toyota Brennstoffzellensystem der 3. Generation (Februar 2025)
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