Uber investiert erstmals in ein französisches Unternehmen — und setzt auf Wasserstofftaxis in Paris
Am 22. April 2026 gaben Uber und das französische Unternehmen HysetCo eine strategische Partnerschaft bekannt, die der Wasserstoffmobilität in Paris einen kräftigen Schub verleiht. Uber investiert über ein Wandeldarlehen in HysetCo — das erste Mal in der Geschichte, dass die amerikanische Plattform in ein französisches Unternehmen einsteigt. Die Investition ist keine symbolische Geste: Uber will Wasserstofftaxis aktiv auf der eigenen Plattform einsetzen, zunächst in der Île-de-France.
### Wer ist HysetCo?
HysetCo ist europäischer Marktführer für integrierte Wasserstoffmobilität für Taxis und Firmenfahrzeuge. Das Unternehmen betreibt bereits mehr als 800 Fahrzeuge in der Region Paris und verfügt über ein eigenes Netz von Wasserstofftankstellen, das 24 Stunden am Tag, 7 Tage pro Woche geöffnet ist. Seit der Gründung hat die Flotte schon mehr als 90 Millionen Kilometer ohne direkte Emissionen zurückgelegt.
HysetCo bietet Fahrern ein komplett sorgenfreies Paket: Fahrzeug, Wartung, Versicherung und Kraftstoff in einer Formel. Die Anteilseigner sind Hy24 (Mehrheitsbeteiligung), Air Liquide, TotalEnergies und Toyota.
### Was umfasst die Zusammenarbeit?
Uber investiert über ein Wandeldarlehen, um das Wachstum von HysetCo zu unterstützen und das eigene Taxiangebot in Paris zu stärken. Konkret bedeutet das:
• Ende 2026: 1 von 5 Fahrzeugen im Business-Taxi-Angebot von Uber ist ein Wasserstofffahrzeug von HysetCo
• Innerhalb von 5 Jahren: Integration von fast 2.000 Premium-Wasserstofftaxis auf der Uber-Plattform
• Zielgruppe: Geschäftskunden über Uber for Business
Die Zusammenarbeit öffnet für HysetCo außerdem den VTC-Markt (vergleichbar mit dem Markt für Fahrten mit Privatchauffeuren in den Niederlanden) — ein neuer Schritt neben dem bisherigen Fokus auf Taxifahrer.
### Warum Wasserstoff für Taxis?
Für den intensiven Einsatz wie bei Taxis und VTC bietet Wasserstoff einen praktischen Vorteil, den batterieelektrische Fahrzeuge nicht bieten können: Das Tanken dauert nur wenige Minuten. Für Fahrer, die den ganzen Tag unterwegs sind, bedeutet Ladezeit einen direkten Einkommensverlust. Wasserstoff löst dieses Problem, ohne Abstriche bei der Reichweite oder beim Fahrkomfort.
Zudem nimmt der Druck aus den Städten zu. Große europäische Metropolen führen immer strengere Umweltzonen ein, sodass Taxifahrer ohnehin auf saubere Fahrzeuge umsteigen müssen. Wasserstoff ist dabei eine vollwertige Alternative neben rein elektrischen Antrieben.
### Erste Investition in Frankreich — ein Signal
Dass Uber erstmals in ein französisches Unternehmen investiert, und zwar gerade in einen Wasserstoffakteur, ist vielsagend. Es zeigt, dass große internationale Plattformen Wasserstoff als skalierbare Technologie für die städtische Mobilität ernst nehmen — nicht nur als Nische, sondern als strukturellen Bestandteil einer nachhaltigen Flotte.
Loïc Voisin, CEO von HysetCo, erklärt, dass die Infrastruktur vorhanden ist, die Fahrzeuge verfügbar sind und der Markt bereit ist. Laureline Serieys, General Manager von Uber Frankreich, betont, dass die Zusammenarbeit Uber stärker im Pariser Taxisektor verankert und zugleich ein weiterer Schritt in Richtung saubere Mobilität ist.
Quellen:
- RSE Magazine / Pressemitteilung HysetCo (22.04.2026)
- Uber Newsroom
- H2 Mobile
- H2Today
- La Revue du Digital
- Industrie Mag