Wasserstoffbusse im ÖPNV: Die wirtschaftliche Machbarkeit ist längst Realität
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Wasserstoffbusse im ÖPNV: Die wirtschaftliche Machbarkeit ist längst Realität

Veröffentlicht am 23-06-2026

Fachtagung bei Air Liquide bestätigt: Der Wasserstoffbus ist marktreif


Bei einer Fachtagung zum Thema „Wasserstoff im ÖPNV und Reiseverkehr" bei Air Liquide in Krefeld kamen Vertreter von Verkehrsunternehmen, Branchenverbänden und Behörden zu einem eindeutigen Schluss: Der wirtschaftliche Einsatz von Wasserstoffbussen im öffentlichen Nahverkehr ist heute schon Realität.


Fast 800 Brennstoffzellenbusse bereits im Einsatz


In Europa sind inzwischen fast 800 Brennstoffzellenbusse im regulären Linienbetrieb unterwegs. Die Fahrzeuge sind serienreif und erbringen zuverlässig ihre Leistung auf denselben Fahrplänen wie die Dieselbusse, die sie ersetzen. Das bedeutet keinerlei Abstriche bei Pünktlichkeit oder Verfügbarkeit – die Technologie hat ihre Reife in der Praxis bewiesen.


Im ersten Halbjahr 2025 wurden in Europa 279 Wasserstoffbusse neu zugelassen – ein Wachstum von 426 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2024. Solaris dominiert den europäischen Markt mit einem Anteil von 58 Prozent, gefolgt von Wrightbus und CaetanoBus.


RFNBO-Wasserstoff verbessert den Business Case


Eine zentrale Erkenntnis des Workshops ist die Rolle, die RFNBO-Wasserstoff für die Wirtschaftlichkeit spielt. Dennis Müller-Haensel von Air Liquide zeigte, dass vollständig erneuerbarer Wasserstoff in ausreichenden Mengen verfügbar ist. Philip Weykamp von GreenTrax erläuterte, welchen wirtschaftlichen Hebel die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) in der Praxis bietet: Verkehrsunternehmen, die Wasserstoff einsetzen, können diesen Einsatz über das Quotensystem anrechnen lassen, was die Gesamtbetriebskosten erheblich verbessert.


Die THG-Quote – das deutsche Instrument zur verpflichtenden Treibhausgasminderung im Verkehrssektor – steigt schrittweise auf 65 Prozent bis 2040 und umfasst inzwischen auch eine spezifische Unterquote für RFNBO-Kraftstoffe wie grünen Wasserstoff. Das macht den Business Case für Verkehrsunternehmen konkret und planbar.


Ladeinfrastruktur: ein entscheidender Faktor


Der Workshop räumte offen ein, dass batterieelektrische Busse derzeit den größten Marktanteil im Markt für emissionsfreien ÖPNV haben. Im ersten Halbjahr 2025 lag ihr Anteil bei 94,8 Prozent gegenüber 5,2 Prozent für Brennstoffzellenbusse. Zugleich wurde betont, dass Wasserstoffbusse dort schnell an Boden gewinnen, wo Ladeinfrastruktur knapp ist, Ladezeiten zum Engpass werden oder Netzengpässe Investitionen in Schnellladesäulen erschweren. Das Tanken von Wasserstoff dauert nur wenige Minuten; danach fährt der Bus den kompletten Dienst durch.


Momentum: Förderanträge und Tankstellen


Das Momentum ist beachtlich. Das Bundesministerium für Verkehr hat einen Förderaufruf gestartet, an dessen Anträgen Verkehrsunternehmen derzeit aktiv arbeiten. Vertreter der NOW GmbH, des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Energieagenturen aus Baden-Württemberg, Hessen und NRW bestätigten den eindrucksvollen Markthochlauf, der im Gange ist.


Auf der Infrastrukturseite arbeiten TEAL Mobility und H2 MOBILITY intensiv am Ausbau leistungsfähiger öffentlicher Wasserstofftankstellen, die neben Lkw auch Reisebussen und ÖPNV-Bussen offenstehen.


Vom ÖPNV zum Reisebus


Das Fazit des Workshops ist eindeutig: Der ÖPNV geht beim Umstieg auf Wasserstoff im Schwerlastverkehr voran. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch die Reisebusbranche nachzieht. Die Voraussetzungen sind gegeben – Fahrzeuge, Kraftstoff und Infrastruktur stehen bereit.


Quellen:

  • LinkedIn-Beitrag zur Fachtagung „Wasserstoff im ÖPNV und Reiseverkehr", Air Liquide Krefeld
  • Sustainable-bus.com – Marktzahlen Brennstoffzellenbusse Europa H1 2025
  • Bundestag – THG-Quote Novelle 2026 (electrive.net / bundesregierung.de)
  • Intelligent Energy – Hydrogen Fuel Cell Buses (Juni 2025)
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