Wasserstoffmotor des HydroTeam der KU Leuven läuft – und hör ihn brüllen
Das HydroTeam der KU Leuven, das Studierendenteam hinter Belgiens erstem wasserstoffbetriebenen Rennwagen, hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Der neue Wasserstoffmotor sitzt jetzt im Fahrzeug, läuft und macht Geräusch. Damit entwickelt sich das Projekt von einzelnen Bauteilen zu einem stimmigen, brüllenden Ganzen.
Vom einzelnen Motor zur laufenden Kraftquelle
Zuvor hatte das Team den ursprünglichen Ford V6 durch eine neue, optimierte Kraftquelle ersetzt und das Hochdruck-Wasserstoffkraftstoffsystem installiert. Jetzt sind diese Schritte zusammengekommen: Der Motor ist in den Rennwagen integriert und läuft aus eigener Kraft. Für ein Studierendenteam, das einen Wasserstoff-Rennwagen vollständig selbst entwirft und baut, ist das ein greifbarer Beweis dafür, dass die Technik funktioniert.
Das HydroTeam hat sich bewusst für einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor (H2-ICE) statt für eine Brennstoffzelle entschieden. Diese Wahl bedeutet weniger Komplexität, geringere Kosten und ein leichteres Fahrzeug. Und je weniger Gewicht ein Auto mitschleppen muss, desto weniger Energie ist nötig, um es in Bewegung zu bringen. Eine schöne Nebenwirkung hörst du sofort: Das Auto behält den charakteristischen dröhnenden Klang eines Rennwagens. Wer hat behauptet, dass emissionsfrei leise sein muss?
Sicherheit als Grundlage
Die Arbeit mit Wasserstoff unter hohem Druck erfordert strenge Sicherheitsvorkehrungen. Das Team wird daher technisch von der Prüfgesellschaft Vinçotte unterstützt. Die Zusammenarbeit läuft bereits seit 2025: Vinçotte half dabei, mögliche Explosionsgefahrenzonen rund um den Wasserstoffspeicher und die Leitungen zu erfassen, und unterstützte bei der gesetzlich vorgeschriebenen Dokumentation sowie einem Sicherheitsplan. Nachdem das Kraftstoffsystem nun integriert ist, führen die Experten die kritischen Sichtprüfungen durch, um zu bestätigen, dass alles für den Einsatz geeignet ist.
Auf dem Weg nach Le Mans
Das Endziel des HydroTeams ist die Teilnahme an den 24 Stunden von Le Mans im Jahr 2030, wenn eine eigene Wasserstoffklasse erwartet wird. Unterwegs nimmt das Team kleinere Rennen ins Visier, etwa die belgischen Belcar-Rennen, um Erfahrung zu sammeln. Der aktuelle Wagen dient vor allem als Test- und Entwicklungsplattform; eine nächste Generation soll vollständig rennfertig werden.
Dieses Projekt zeigt gut, warum die Energiewende so spannend ist. Neben dem batterieelektrischen Fahren beweist das HydroTeam, dass die Wasserstoffverbrennung ein kraftvoller, greifbarer und emissionsfreier Weg zu sauberer Mobilität sein kann – bei gleichzeitigem Erhalt der europäischen Expertise im Bereich Verbrennungsmotoren.
Hör es selbst
Im Video läuft der Wasserstoffmotor im blau-orangen Rennwagen mit der Startnummer 56. Mach den Ton an und hör, wie ein emissionsfreier Rennwagen klingt.
Quellen
- Vinçotte – vincotte.be (LinkedIn-Update und Blog)
- VRT NWS – vrt.be
- Ecotips – ecotips.org
- WaterstofNet – waterstofnet.eu
- HydroTeam KU Leuven – hydroteam.be