Südkorea testet rosa Wasserstoff mit Hochtemperatur-Elektrolyse auf Basis von Kernkraft
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Technologie #Südkorea

Südkorea testet rosa Wasserstoff mit Hochtemperatur-Elektrolyse auf Basis von Kernkraft

Veröffentlicht am 29-07-2026

Wasserstoff aus dem Kernkraftwerk — mit einem cleveren Extra

Das südkoreanische Energieunternehmen KHNP (Korea Hydro & Nuclear Power) will eine Pilotanlage aufbauen, die Wasserstoff mithilfe von Kernenergie produziert. Das Besondere steckt in der gewählten Technik: Festoxid-Elektrolyse, auch Hochtemperatur-Elektrolyse genannt (auf Englisch SOEC). Damit nutzt KHNP nicht nur den Strom des Kernkraftwerks, sondern auch die Wärme.


Was ist an dieser Technik anders?

Bei der herkömmlichen Elektrolyse wird Wasser mit Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Die Festoxid-Elektrolyse arbeitet bei hoher Temperatur und verwendet Dampf statt kaltem Wasser. Ein Teil der Energie stammt dann aus Wärme, wodurch für dieselbe Menge Wasserstoff weniger Strom nötig ist.


Und ein Kernkraftwerk liefert nun einmal genau zwei Dinge gleichzeitig: Strom und Wärme. Diese Kombination macht die Verbindung naheliegend. Festoxid-Systeme erreichen bis zu rund 90 % elektrischen Wirkungsgrad, und mit Abwärme kann das theoretisch Richtung 100 % gehen. Zum Vergleich: Das südkoreanische Forschungsinstitut KIMM zeigte mit einem eigenen SOEC-System, dass die Technik etwa 15 % weniger Strom benötigt als gängige alkalische oder PEM-Elektrolyse.


Rosa Wasserstoff

Wasserstoff, der mit Kernenergie hergestellt wird, heißt „rosa Wasserstoff". Ebenso wie grüner Wasserstoff (aus Sonne und Wind) ist er eine Variante ohne direkten CO2-Ausstoß. KHNP betreibt fast 25 Gigawatt an Kernkraftwerken und forscht seit 2022 an diesem Weg. Das Unternehmen arbeitet dabei mit internationalen Technologiepartnern zusammen, darunter das amerikanische Unternehmen FuelCell Energy, das auf Festoxid-Elektrolyseure spezialisiert ist.


Teil einer größeren Ambition

Der SOEC-Pilot fügt sich in ein breiteres südkoreanisches Engagement für Kernwasserstoff ein. So arbeitet das Land an einer Demonstrationsanlage mit 10 Megawatt, die ab 2027 gut 4 Tonnen Wasserstoff pro Tag herstellen soll, unterstützt mit 29 Milliarden Won (rund 21 Millionen Dollar) vom Ministerium für Handel, Industrie und Energie. Ziel: weniger abhängig von importiertem Wasserstoff werden und Schritte in Richtung Klimaneutralität gehen.


Warum das interessant ist

Bei der Wasserstoffmobilität dreht sich am Ende alles um sauberen Wasserstoff, der bezahlbar und in ausreichenden Mengen verfügbar ist. Wir finden es deshalb hoffnungsvoll, dass Länder verschiedene Produktionswege nebeneinander entwickeln. Je effizienter und günstiger die Produktion, desto eher wird Wasserstoff an der Zapfsäule zur selbstverständlichen Wahl — für Personenwagen und erst recht für den Schwerlastverkehr.


Quellen

  • Hydrogen Insight — South Korean power company plans to launch nuclear hydrogen pilot using solid oxide electrolysers
  • Fuel Cells Works — KHNP plans nuclear-powered hydrogen pilot using high-temperature SOEC technology (24. Juli 2026)
  • EurekAlert! / KIMM — Korea's first 20 kW SOEC system for clean hydrogen production
  • Hydrogen Industry Leaders — South Korea to launch first nuclear hydrogen production plant by 2027
  • FuelCell Energy — MoU mit KHNP für sauberen Wasserstoff (Oktober 2024)
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