Schweden eröffnet Wasserstoff-Autobahn für den Schwerlastverkehr
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Schweden eröffnet Wasserstoff-Autobahn für den Schwerlastverkehr

Veröffentlicht am 29-05-2026

In Schweden ist ein wichtiger Meilenstein für die Wasserstoffmobilität erreicht. Mit der Eröffnung einer neuen Tankstelle bei Nyköping fügt der Netzbetreiber Hydri seinen zehnten Standort hinzu – damit ist das erste zusammenhängende Wasserstoff-Autobahnnetz des Landes Realität. Lkw können nun entlang der wichtigsten Korridore grünen Wasserstoff tanken.


Von einzelnen Stationen zum Netzwerk

Die eigentliche Neuigkeit liegt im Zusammenhang. Einzelne Tankstellen sind nützlich, aber erst ein durchgängiges Netz macht kommerziellen Güterverkehr über längere Strecken möglich. Mit dem neuen Standort bei Nyköping, der an einem strategischen Knotenpunkt liegt, ist dieses Netz nun komplett. Die Stationen entstehen größtenteils an Standorten von Rasta, der größten Truckstop-Kette Schwedens, die täglich rund 15.000 schwere Fahrzeuge an bekannten Standorten entlang der großen Straßen empfängt.


100 % grüner Wasserstoff

Alle Stationen von Hydri liefern 100 % grünen Wasserstoff, hergestellt mit erneuerbarer Energie. Der Wasserstoff wird vor Ort per Elektrolyse produziert: Mit grünem Strom wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Indem diese Produktion teilweise netzunabhängig organisiert wird, kann das Stromnetz entlastet werden – eine willkommene Eigenschaft in Zeiten von Netzengpässen. Die Stationen arbeiten mit mehreren Druckstufen (350 und 700 bar) und bedienen so sowohl schwere Fahrzeuge als auch Pkw.


Warum das zählt

Der Inlandsverkehr ist für etwa ein Drittel der schwedischen CO2-Emissionen verantwortlich, und rund 95 % der schweren Lkw fahren noch mit Diesel. Gerade für den schweren Verkehr und den Fernverkehr, der sich schwer elektrifizieren lässt, bietet Wasserstoff eine Lösung: eine große Reichweite und schnelles Tanken. Laut Hydri kann jede Station bis zu 8 Millionen kg CO2 pro Jahr einsparen.


Ein Puzzleteil der Transition

Die Eröffnung ist Teil einer größeren Ambition. Hydri arbeitet an einem landesweit flächendeckenden Netz, das letztlich von Trelleborg im Süden bis Kiruna im Norden reichen soll. Nach der ersten Phase folgt ein zweiter Ausbau mit zusätzlichen Stationen, geplant zwischen 2026 und 2028. Lkw-Hersteller wie Scania und Volvo Trucks sind eng beteiligt und sehen das wachsende Netz als Voraussetzung dafür, dass Wasserstoff-Lkw tatsächlich fahren können.


Neben dem batterieelektrischen Fahren zeigt dieses schwedische Netz schön, wie Wasserstoff ein ergänzender, emissionsfreier Weg sein kann – gerade im Schwerverkehr, wo die Elektrifizierung an ihre Grenzen stößt. Mit diesem Netz macht Skandinavien einen konkreten Schritt nach vorn.


Quellen

  • Hydri – hydri.energy
  • Fuel Cells Works – fuelcellsworks.com
  • Qarlbo Energy – qarlbo.com
  • Bioenergy International – bioenergyinternational.com
  • Maximator Hydrogen – maximator-hydrogen.de
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